Seiten

Donnerstag, 28. August 2014

"Inselgrab" - Johan Theorin

Meine Lieblings-Asseln - endlich gibt es wieder etwas zu berichten! Erstens habe ich endlich meine Hausarbeiten fertig, was zweitens bedeutet - es geht wieder weiter! Jabadabbadoo! 
Heute geht es um eine Rezensionsexemplar, für das ich mich bei der Piper Verlag GmbH ganz herzlich bedanken möchte, und mich entschuldigen möchte, dass die Rezension so lang hat auf sich warten lassen. 
Aber hier ist sie!


Bild: krimi-couch.de

"Inselgrab" ist der letzte Teil der Serie von Kriminalromanen von Johan Theorin, die, soweit ich das richtig gelesen habe, alle auf der Insel Öland spielen. Ich habe die letzten drei Bände nicht gelesen, überlege aber nun, sie mir demnächst anzuschaffen. 
Denn dieses Buch ist mal wieder ein wahrhaft gelungener Schwedenkrimi!

Aber beginnen wir mit dem Inhalt. 
Jonas Kloss darf nicht mit ins Kino. Seine Cousins und sein Bruder sind älter als er, und nachdem sie den Eltern vorgegaukelt haben, sie nähmen ihn mit, setzen sie ihn an der nächsten Straßenecke aus. Er verspricht, sich zu verstecken, bis die anderen wieder da sind, damit sie bei der Familie nicht auffliegen. Und so setzt sich Jonas deprimiert in das Schlauchboot, lässt sich treiben - und stößt so auf das Geisterschiff mit den lebenden Toten.

Gerlof Davidsson ist ein alter Mann, der nur zeitweise in seinem Haus wohnen darf. Den Rest der Zeit verbringt er in einem Seniorenheim. Eines Abends hat er Besuch von seinen Enkeln und schläft daher in seinem Bootshäuschen. Gerade eingedöst, hämmert es an der Tür - und vor ihm steht ein durchnässter, entkräfteter und vollkommen verängstigter Jonas. Der erzählt ihm eine Geschichte, die ihn an einen Erlebnis seinerseits erinnert: Als bei einer Beerdigung Klopfzeichen aus einem Sarg ertönten, der gerade in sein Grab gehoben werden soll.

Und so beginnt der Leser eine Reise, die sich am Ende als eine Ermittlung herausstellt. Nicht mithilfe einer einzigen Person, einem Polizisten gar, sondern der Plot wird Stück für Stück durch verschiedene Personen offengelegt. Einige Arbeit dabei tut Gerlof Davidsson, der für sein Alter zwar schon sehr gebrechlich, aber dafür noch äußerst fit im Kopf ist. 

Mir gefällt die Art, wie der Leser Stück für Stück zur Lösung hingeführt wird. In etwa zur Hälfte des Buches ist der Leser mit so vielen Fragen konfrontiert, dass eine Lösung fast unmöglich erscheint. Man braucht eine etwas längere Einlesezeit, denn zu Beginn werden erst einmal nach und nach die Personen eingeführt, die für die Handlung sehr wichtig sind. Da das einige sind, werden die kurzen Kapitel immer mit der Person überschrieben, aus deren Sicht erzählt wird, nicht mit Nummern oder albernen Titeln. Die Kapitel an sich sind zwar kurz, aber spannungsfördernd. 
Auch die Erzählweise in zwei Zeitsträngen finde ich sehr spannend und gut gemacht. Stück für Stück wird einem die Vergangenheit des Heimkehrers offengelegt, die am Ende sogar etwas wie Verständnis für ihn aufkommen lässt.
Auch die Figuren sind sehr gut durchdacht. Trotz schwieriger Vergangenheiten und komplizierten Situationen verhält sich niemand charakterfremd. Die Figuren ruhen wirklich in sich und haben alle einen vollkommen individuellen Charakter. Auf niemanden passt irgendeine Schablone, sie sind nicht plakativ und gehen wahnsinnig gut in die Tiefe. 
Besonders beeindruckt haben mich persönlich Veronica Kloss und Aron Fredh. 
Während Veronicas Fassade wirklich gut gehalten wurde, bis über die Hälfte des Buches hinaus, ist Aron trotz seiner komplexen Vergangenheit und dem schwierigen Charakter niemals unglaubwürdig.  Auch Paulina war eine große Überraschung. 

Das Ende war nicht vorhersehbar. In einigen Punkten stellte der Leser natürlich Vermutungen an, und in einigen Punkten hatte er vielleicht Recht, aber wie groß die Lösung am Ende ist, erwartet man nicht.
Ebenfalls ein großer Pluspunkt: Theorin schafft es, mit nicht allzu langen Beschreibungen, die vom Fall an sich ablenken und die Spannung senken würden,  eine unglaublich schöne Atmosphäre der sommerlichen Insel zu schaffen.  Der Schreibstil ist insgesamt sehr passend für den kompletten Fall, sehr bedächtig und auch ein wenig langsam.

Zwei Minuspunkt hätte ich allerdings: 
Einerseits der aus dem Zusammenhang gerissene Tod eines Freundes von Gerlof. Wieso und weshalb war mir jetzt nicht sonderlich klar. Zudem steht vollkommen zusammenhangslos der Mörder Gerlofs Enkels vor der Tür. Der Mordfall wurde im Buch vorher nicht erwähnt, und der Mörder hat auch keine tragende Funktion für das Buch. Wahrscheinlich, ich konnte es aus den Kurzinhaltsangaben nicht herauslesen, wird das in einem der vorherigen Bücher behandelt. Der Leser soll hier also - das einzige Mal in diesem Buch - darauf verwiesen werden, dass das Buch zu einer Reihe gehört und man etwas verpasst hat, hat man die Teile davor nicht gelesen. Doch so eine Art von Werbung hat Theorin gar nicht nötig, meiner Meinung nach.

Meiner Meinung nach ein richtig guter Krimi! Sehr lesenswert und jeden Euro des Kaufpreises wert.
Sobald ich den Stapel ungelesener Bücher fertig habe, werde ich mir wahrscheinlich die Vorgänger gönnen.



Donnerstag, 26. Juni 2014

"Mein Sommer mit Nora" - Linda Yellin

Auch dieses Buch durfte ich - Überraschung! - im Rahmen einer Leserunde lesen. Ich bedanke mich, trotz der Rezension, herzlich dafür, dass ich teilnehmen durfte.





Da ich das Buch nicht schon in der Inhaltsangabe vollkommen sarkastisch zerkritteln möchte, werde ich hier einfach zur Inhaltsangabe - Schande über mich! - den Klappentext hineinkopieren:

Molly, Ende 30, lebt in New York und hat dem Traum vom großen Glück abgeschworen. Stattdessen führt sie eine unaufgeregte Beziehung mit dem soliden Chiropraktiker Russell und schreibt Klatsch-und-Tratsch-Reportagen für ein Online-Magazin. Die Tiefen des Alltags meistert sie mit spitzzüngiger Ironie und einem zur Perfektion eingeübten Galgenhumor. Dass das allerdings nicht immer funktioniert, bekommt sie zu spüren, als sie eine Reportage über die Liebe im Großstadtdschungel New Yorks schreiben soll und das zu allem Überfluss im Geiste der romantischen Übermutter Nora Ephron. Harry und Sally, Schlaflos in Seattle, E-Mail für Dich alles wird von Molly zu Rate gezogen, doch der romantische Funke will einfach nicht überspringen. Und blind, wie sie für die Chancen im Leben geworden ist, sieht sie auch die Begegnung mit Cameron, einem Mann, der sie aus der Reserve zu locken versteht und ihr in Witz und Schlagfertigkeit in nichts nachsteht, nicht unbedingt als Wink des Himmels

Spritzig, wunderbar frech und entwaffnend komisch erzählt Linda Yellin vom unerwarteten Liebestaumel einer abgeklärten New Yorkerin, die feststellen muss, dass sie im Grunde ihres Herzens eben auch nur eines will: ein Happy End!


Irgendwie war es anscheinend nicht das Buch für mich, denn ich konnte mich im Prinzip überhaupt nicht einfühlen. Weder in Charaktere, noch in Situationen und Handlungen. Die Charaktere blieben flach, plakativ und ohne Tiefe, die Handlung war zu angestrengt in bestimmte Richtungen geführt, und das mittels einem Haufen Zufälle, die vollkommen übertrieben und nicht nachvollziehbar waren. Man merkte den Willen den Autorin, Dinge in eine bestimmte Richtung zu lenken, die Situationen ergaben sich nicht aus der Handlung selbst, was aber eigentlich geschehen müsste.


Aber fangen wir mit Cover und Titel an: Der Titel wirkt weitaus romantisch verklärter, als es das Buch dann im Endeffekt ist. Sowohl Cover mit Strand und Strandstuhl bedeuten, dass irgendetwas sommerliches vorkommt - ab und zu scheint die Sonne, das war es allerdings auch. Viel mit Sommer, Baden, Schwimmen oder Strand ist hier nicht. Auch die Frau auf dem Bild schaut weniger verträumt als überheblich, das implizieren mir jedenfalls die gespitzten Lippen und der Blick. Irgendwie wirkt das Rouge auch ein wenig unästhetisch, aber das ist ja nun etwas vollkommen banales, tut mir Leid... mir fallen immer am ehesten solche Kleinigkeiten auf, vor allem auf Buchcovern.

Ich beginne mit den Protagonisten.
Molly war die einzige, die ein wenig mehr Facetten zeigte - was allerdings daran lag, dass die Geschichte aus ihrer Sicht erzählt wurde. Wenigstens handelte sie meistens ihrem Charakter nach - immer nach einer zynischen, schnoddrigen Art.
Cameron kam meines Erachtens nach viel zu selten vor, um sich ein richtiges, tiefergehendes Bild zu machen, und wenn, dann hatte ich eher dasselbe Bild wie Molly anfangs, bevor sie es meiner Meinung nach grundlos zu dem eines strahlenden Heldens revidierte. Ich habe,um ehrlich zu sein, keine Aktion von Cameron bemerkt, die diesem Bilde rechtmäßig sind.
Auch die Sidekicks und Nebencharaktere wurden nie ausführlicher gemacht, alle blieben oberflächlich und ohne Eigenarten, so auch ihre Freundinnen Angela und Kristine, genau wie Pam, die ihre Funktion praktisch schon am Anfang bedient hatte - dann ward sie nie mehr gesehen.
Die Handlung ist zwischenzeitlich nicht nur unlogisch, sondern absolut unrealistisch (und hier inklusive des Faktors der Lovestory mit Happy End, die es ja im echten Leben auch so selten geschrieben gibt). Fahrstuhltüren, die viel zu oft auf und zu gehen, einfach so, und solche Dinge. Sie bekommt die verdammt wichtige Aufgabe einer Kollegin, weil diese gerade auf der Toilette ist - die Chefin schickt lieber eine vollkommen uninformierte Person ins Fernsehen, statt die fünf Minuten zu warten oder die Kollegin vom Pott zu holen. Klar.
Das Ende war unbefriedigend, passte nicht zum Rest der Geschichte und war überzogen und ebenfalls vollkommen unrealistisch.
Gefühle wurden in keiner Weise irgendwo übermittelt:
Kurz vor Schluss beschließt Molly mehr oder weniger, Cameron zu lieben. Bei Cameron kann ich nicht unterscheiden, ob er sie wirklich mag, oder ob er genau so ein Aufreißer ist, wie Molly ihn anfangs beschreibt.
Der Witz ist gut vorhanden, ich habe des öfteren Schmunzeln oder Lachen müssen. Auch wenn einige Patzer dabei sind - wer würde sich denn bitte von den Freunden seines Partners DickeHose nennen lassen?!
Insgesamt konnte ich mich in dieses Buch einfach von vorn bis hinten einfühlen. Es hat in meinen Augen auf ganzer Linie versagt. Bis auf die Wortwitze, die sind 1a mit Sternchen.



(Bild: lovelybooks.de)

Mittwoch, 18. Juni 2014

"Uni-Sex: Studium emotionale" - Lina Barold

Im Rahmen einer Leserunde auf lovelybooks durfte ich auch dieses Buch lesen. Vielen Dank dafür!





Die Germanistik-Studentin Sira führt ein wenig aufregendes Leben zwischen Mädelsabenden, ihrer langjährigen Beziehung und erfolgreichem Studium. Bis zu dem Tag, an dem sie den neuen Gastprofessor Silvan Heinrich von Lengenfeld kennenlernt, der ohne dass Sira es zunächst bemerkt, sehr an ihr interessiert ist - und nicht nur an ihren akademischen Leistungen. Sira verstrickt sich in eine Affäre, die ein Ziel hat, das sie nicht ahnt und die ihr Leben komplett verändern wird...

Bei Liebesromanen, beziehungsweise vor allem erotischen Romanen, habe ich oft das Problem, dass sie mich unheimlich schnell langweilen.
Das hatte ich hier nicht!
Allein in den Hauptprotagonisten, Silvan, kann man so viel herein- und herauslesen, und am Ende überrascht er einen doch. DIe drei Freundinnen Ama, Vicka und Sira sind so typisch für Studentinnen - und gleichzeitig wieder nicht! Sira hat eine Art Vorbildfunktion in ihrem Ehrgeiz, ist andererseits das böse Mädchen, das etwas mit dem Prof hat.
Eine Hippie-Tante hat man auch irgendwie immer irgendwo mit dabei im Uni-Freundeskreis, allerdings ist Ama so eine grundpragmatische Person, was bei solchen Personen manchmal ein wenig abhanden kommt. Vicka ist eine kleine Flirtnudel, allerdings betreibt sie das schon richtig als Sport. Es gibt immer irgendwo einen Konflikt, der am Ende so ausgeht, wie man es sich nicht hätte denken lassen können.
Die Handlung wirkt durchdacht und ist nicht durchschaubar.Mir gefällt sehr, dass der Schreibstil niemals wirklich vulgär wird, auch wenn hier und da mal ein "schmutziges" Wort verwendet wird. Ich finde, man kann sehr wohl über Sex schreiben, aber dann bitte in einer ordentlichen Sprache - das ist hier gelungen!
Was ich außerdem sehr gelungen finde, ist das Ende - überraschend, und definitiv kein Klischee!

Im kurzen also ein Buch, das mich trotz Liebe, Sex und Herzschmerz nicht gelangweilt hat! Sehr gut!
(Bild: lovelybooks.de)

Mittwoch, 11. Juni 2014

Eine kleine nette Aktion für euch!

Herzallerliebste Mit-Asseln!
Ich habe bei Bastei Lübbe bei der "Horror - Factory" Aktion gewonnen! :)

Damit habe ich also 19 Codes, mit denen ihr das E-Book (im epub und mobi - Format) kostenlos herunterladen könnt. Es handelt sich dabei um die Folge "Crazy Wolf: Bestien auf der Flucht" von Christian Endres.
Ab morgen, dem 12. Juni 2014, sind die Codes 3 Monate gültig. 
Es wird natürlich eine Rezension erwartet, näheres dazu schreibe ich, wenn ich die Antwort vom Verlag habe.

Was könnt ihr tun, um einen der Codes zu erhalten?
Schreibt mir einfach eine Mail an krebstier.im.keller@web.de mit der Info, welches Dateiformat ihr gern hättet. 
Ich schicke euch dann den Link und den dazugehörigen Code als Antwort zu. 

Ich freue mich auf eure Mails.
Liebe Grüße, Vitani
:)

Sonntag, 1. Juni 2014

"Bookless"von Marah Woolf

 Die Bücher waren ein Weihnachtsgeschenk von meiner Ma, weil sie meinte, dass ich zu viele blutige Thriller lese. 
Ich weiß gar nicht, was sie meint.... ;)

Band 1

Band 2

In der bookless-Reihe geht es um die Protagonistin Lucy, die in London studiert und in einer Bibliothek arbeitet. Seit sie denken kann, hat sie dieses Tattoo in Form eines Buches auf dem Arm. Doch eines Tages, als sie ins Archiv geschickt wird, fangen die Bücher an, mit ihr zu sprechen, und fast gleichzeitig taucht ein junger Mann namens Nathan auf. 
Doch will er sie, oder etwas ganz anderes?

Ich möchte hier inhaltlich nicht zu viel verraten, denn ich finde die Reihe sehr schön. 
Der Schreibstil gefällt mir, er ist ein wenig sensibel, bildhaft, schafft Atmosphäre, die auch der Leser zu spüren bekommt. Die Charaktere sind alle realistisch gehalten, es haben alle ihre Stärken und Schwächen. Sie verhalten sich immer in ihren Linien und fallen nicht aus ihren Gewohnheiten. Sie erhalten Tiefe durch ihre Handlungen, die einfach zu ihnen passen.
Die Handlung ist gut durchdacht, hat auch eine (bisher) in sich geschlossene Geschichte. Die Handlung hat sozusagen eine eigene Historik. 
Ich finde es ein Stückweit innovativ, was Lucy ist und wogegen sie kämpft.

Das Einzige, was mich wirklich permanent stört: Die Autorin hat die Bücher bei amazon verlegen lassen. Ich weiß nicht, wie es dann aussieht mit dem Lektorat, ob das von amazon organisiert wird oder privat zu stellen ist. Im ersten Band ist mir nichts aufgefallen, der zweite Band strotzt allerdings nur vor Zeichensetzungsfehlern. Die wörtliche Rede wird dadurch ein bisschen verstümmelt, was schade ist. Oftmals fehlt in der wörtlichen Rede das Satzzeichen, ab und zu fehlen Kommas oder es sind welche an Stellen, die nicht dort hingehöre. Das ist sehr schade, da mir der Schreibstil eigentlich gefällt. Das hat leider meinen Lesefluss gestört.

Trotzdem ein schönes Buch, welches ich innerhalb von einigen Stunden verschlungen habe. 

(Bilder: lovelybooks.de)

Donnerstag, 29. Mai 2014

"Willkommen in Hawks" - Juliane Käppler

Söderle. Hier wieder ein Buch, dass ich im Rahmen einer (unglaublich netten) Leserunde lesen durfte.  Vielen Dank dafür!


Da ihre Eltern ein Jahr nach Tibet wollen, muss Charlotte das Jahr lang zu ihrer Großmutter nach Michigan. Dort wohnt sie in einem kleinen Nest namens Hawks und geht in der nächstgrößeren Stadt zur Schule. Sie trifft auf Cameron, den Rebell des Dorfes, und seinen nicht ganz einfachen Vater - und verliebt sich in ihn. Zur Verwunderung und Sorge aller derer, die sie (und ihn) kennen.
Eine Liebesgeschichte beginnt, die sich über Jahre hinziehen wird, und durch einige Zwischenfälle behindert wird.

Ich muss dazusagen, ich bin ein Mensch, der Handlungen und Taten großen Worten und viel Kitsch vorzieht. Wer viele Worte drumherum braucht (Geschmäcker sind verschieden, und das ist gut so), für den mögen die Charaktere vielleicht ein bisschen kalt erscheinen.
Ich persönlich finde, dass sie durch Taten genug sagen. Durch Blicke, die sie sich zuwerfen, beispielsweise.
Charlotte und Cameron sind zwei sehr ausdrucksstarke Charaktere, die an Realität und vor allem Tiefe gewinnen, als sie erwachsen sind. Ihre Liebe ist, denke ich, nicht vergleichbar mit einem wilden Sturm, sondern eher mit einem langsam blühenden Pflanze. Sie nähern sich langsam aneinander an, durch das Englisch-Projekt, welches im Prinzip einen hohen Stellenwert in der Geschichte hat, durch die Entdeckung eines großen Talents Camerons.
Der Schreibstil ist meiner Meinung nach sehr gut. Durch die bildhaften, nicht übertriebenen Beschreibungen kann man sich genau vorstellen, wo die beiden gerade sind, und man kann die Atmosphäre förmlich spüre. Man spürt durch die Worte die Zuneigung der Autorin zu diesen Orten.
Auch die Nebencharaktere sind nicht nur flache Handlungsträger, sondern auch sind sie Figuren mit Persönlichkeit, was ich sehr schön finde.

Die Handlung ist unglaublich spannend, vor allem durch diesen Kriminalfall, der mit integriert ist, und dessen Cameron unfairerweise beschuldigt wird, begangen zu haben. Auch die "Pause", als Charlotte wieder in Deutschland ist, verliert nicht an Spannung, durch die Aussicht, dass sich die beiden wieder begegnen könnten.
Vor allem der Prolog trägt maßgeblich dazu bei, da er in der Zukunft spielt.

Insgesamt sehr gefühlvoll, meiner Meinung nach auch sensibel.
Schön!


(Bild: lovelybooks.de)

Donnerstag, 15. Mai 2014

"Verknall auf Fall" - Elaine Winter

Ein Buch, das ich bei einer Leserunde bei lovelybooks gewann! Vielen, vielen Dank dafür jedenfalls!



Das Cover: 
Das Cover ist jetzt nicht unbedingt mein Fall. Ich bin nicht wirklich Fan von Schrift und Gestaltung, aber ich muss zugeben, Buchcover sind mir in den meisten Fällen relativ schnuppe. Ist ja auch eine Geschmackssache, dafür gibt es bei mir also keinen Abzug. 

Der Inhalt:
Nachdem Schluss ist mit Idiot Frank, hat Lea eigentlich genug von Männern. Ist doch immer dasselbe, oder?
Allerdings taucht dann Stephan auf. Und dann hat sie nicht nur mit sich selbst Probleme, sondern auch mit ihren Gefühlen - und einer fetten Lüge, die sie ihm aufgetischt hat.
Der Plot ist ziemlich süß. Dass sich der Mann an eine Klatschspalten-Tante wendet und ihre Tipps wörtlich und sofort anwendet, ist unheimlich witzig dargestellt.
Natürlich sind Romanzen von der Idee her eher selten wirklich innovativ, aber muss jedem klar sein, der IRGENDEINE Romanze in die Hand nimmt. Ja, das Ende ist vorhersehbar, aber das ist es bei jedem Liebesroman, der so konzipiert ist. 
Probleme hatte ich mit dem Protagonisten, mir persönlich (!) war er ein wenig zu soft, auch wenn seine sarkastische Seite ab und zu mal durchblitzte. Traumtypen sind allerdings auch immer Geschmackssache.  Außerdem ging es mit den Gefühlen bei Stephan verdammt schnell, das kam mir ein klein wenig überstürzt vor.
Und das Buch ist wirklich sehr, sehr romantisch, ich würde fast kitschig sagen. Auch für mich wieder ein bisschen zu viel, aber auch das ist Typsache. 
Gut dargestellt fand ich Leas inneren Kampf, und die Tatsache, dass sie sich bisher immer verbogen hat, um ihr Selbst nicht preiszugeben, um nicht verletzt zu werden. 

Der Schreibstil:
Flüssig, blumig, witzig. So, wie es sich für eine Romanze gehört. Ich fand den Schreibstil vollkommen gut!
 Auch die Sidekicks, die ich eher in den Schreibstil als in die Handlung zähle, sind gut gemacht. 

Fazit:
Insgesamt ein schönes, unterhaltsames Buch für Zwischendurch.
Den Abzug gibt es nicht für mangelnde Qualität, sondern einfach dafür, dass es am Ende nicht zu hundert Prozent mein Typ Frauenroman war. Dafür fehlte mir ein Bisschen mehr Witz, Sarkasmus, aber wie gesagt, das ist Geschmackssache. Wenn jemand wirklich romantische Bücher mag, dann wird dieses sicher genau das Richtige für diese Person sein. :)

Daher - weil ich bis zum Schluss nicht wirklich mit Stephan konnte und mir ein wenig zu viel Kitsch (der Begriff ist übrigens nicht negativ konnotiert.) und zu wenig Biss vorhanden war, gibt es drei von Punkt Sternchen. 

(Bild: lovelybooks.de)

Freitag, 9. Mai 2014

"Gone Girl" - Gillian Flynn

Das Buch, das die Massen spaltet - ich schlage mich auf die positive Seite. 


Am Morgen des fünften Hochzeitstages verschwindet Amy, Nick Dunnes Frau, spurlos. Das Wohnzimmer ist verwüstet, und eine große Blutlache wurde in der Küche weggewischt, wie die Polizei herausfindet. Nick wird verdächtig, seine rau ermordet zu haben. 

Ich muss sagen, das Augenmerk darf bei diesem Buch nicht auf den Kriminalfall gelegt werden, denn der ist tatsächlich ein wenig offensichtlich. Es geht eher um den Leser, darum, was Flynn mit ihm macht. Denn ich für meinen Teil war mir an keiner Stelle des Buches sicher, wen ich mochte, wen nicht, wer mir sympathisch und wer mir unsympathisch war. Sympathie ist der Haupt-Spielball in diesem Buch, und der Ballwechsel erfolgt so häufig, dass der Leser irgendwann gar nicht mehr hinterher kommt.
Die Tagebucheinträge kollidieren so stark mit Nicks Sicht der Dinge, allerdings gibt Nick auch seine Fehler offen zu - scheint sie aber nicht sonderlich zu bereuen (jedenfalls den schlimmsten nicht). Nicks Schwester ist die Einzige, die von Anfang bis Ende meine Sympathie durchgängig erhielt.
Das Buch ist in zwei Teile geteilt, "Teil I: Junge verliert Mädchen" Und "Teil II: Junge trifft Mädchen". Schon diese Einteilung ist spannend, denn im Normalfall läuft das Ganze anders herum. Erst treffen, dann verlieren.
Flynn schafft es, auf vielen Ebenen zu manipulieren: zuerst einmal manipuliert Amy Nick. Und das bereits vor ihrem Verschwinden. Diese Manipulation wird allerdings erst gegen Ende aufgedeckt, was wiederum den Leser beeinflusst und verwirrt. Zudem ist die "Schatzsuche", die Amy mit Nick veranstaltet, eine interessante, vielschichtige Sache - denn sie besitzt zwei Ebenen. Die Erinnerungen an diese Orte mit Amy, die offensichtliche, und die Erinnerungen an diese Orte mit einer andere Person - welche einem so lange nicht klar wird, bis es Nick wie Schuppen von den Augen fällt, da uns ja aber auch Informationen fehlen - was einem wiederum erst später auffällt.
Das Ende ist Wahnsinn, finde ich. Damit habe ich auf keinen Fall gerechnet, es ist fast grausam, und ich für meinen Teil dachte nur: "Verdammte Scheiße!", aber es war genial gemacht,das möchte ich Gillian Flynn zusprechen.
Wie gesagt, wer einen Top-Kriminalfall erwartet und eine lupenreine Ermittlung, für den war das sicherlich eine Enttäuschung, aber es ist nicht umsonst ein Psycho-Thriller. 


Bild: amazon.de

Donnerstag, 8. Mai 2014

"Das Verhängnis" - Joy Fielding

Zack, da bin ich wieder!
Heute soll's um einen Fielding gehen, den ich vor einer Weile gelesen habe.


Das Buch beginnt mit Jeff, seinem Kumpel Tom und Jeffs kleinem Bruder Will. Anscheinend hat es zwischen den Halbbrüdern in der Vergangenheit einige familiäre Probleme gegeben, Tom hat ebenfalls Probleme mit seiner Frau Lainey.
Eine Frau, Suzy Bigelow, setzt sich in dieselbe Bar, und die drei Jungs schließen eine Wette ab. Wer von den dreien würde es schaffen, sie flachzulegen? Kristin (die Freundin von Jeff) geht zu ihr und fragt, wer von den dreien zu ihr kommen soll, und sie wählt Will. Doch so einfach wollen sich Jeff und Tom nicht abspeisen lassen, und dann ist da auch noch Suzys Mann...


Insgesamt ist das wieder ein guter Fielding, wie ich finde. Man erfährt nicht nur Suzys Vergangenheit, sondern auch Wills, Jeffs und Toms. Die Charaktere werden in ihren Eigenarten also auch ein wenig nachvollziehbar (wenn auch nicht vollkommen, aber wer versteht bitte einen gestörten Charakter?). Sie gewinnen an Tiefe, denn es wird zwischen den Perspektiven gewechselt, doch nicht so häufig, dass es, zusätzlich zur positiven Verwirrung durch den Plot, negativ verwirren würde. Sie sind außerdem grundverschieden, sodass sie miteinander nicht langweilig sind, wirken aber auch nicht so, als seien die Grund-Klischees aus dem Topf genommen: eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen (siehe Sex and the City etc). 
Der Handlungsverlauf überrascht und verwirrt an vielen Stellen, das Ende war für mich vollkommen überraschend, obwohl es sogar einmal angedeutet wurde. Trotzdem ist nichts unlogisch oder unrealistisch. 
Die Spannung wird ziemlich schnell aufgebaut und die ganze Zeit erhalten - lediglich kurze "Entspannungsphasen", wie ich sie nenne, wenn es um Tom geht, der zwischenzeitlich mal ein bisschen durchdreht, wobei es weniger um die Spannung geht sondern die Entwicklung des Charakters, aber auch das ist unbedingt nötig.

Ich finde, es ist ein gutes, spannendes Buch. Gut geschrieben, ganz gut übersetzt, Plot und Charaktere und Gruselfaktor stimmen - ich mochte es sehr gern lesen!

Bild: amazon. de

Montag, 5. Mai 2014

Comic: "V wie Vendetta"

Hier möchte ich über den Comic zu "V wie Vendetta" sprechen, den ich für ein Seminar lesen musste, ihn trotzdem aber rezensierenswert fand, da er doch schon auf seine Art ein Meisterwerk ist.

"V wie Vendetta" von Alan Moore/David Lloyd



"V wie Vendetta" ist eine sogenannte Graphic Novel. Ich habe es nicht geschafft, sie in einem Rutsch durchzulesen, und aus aus mehreren Gründen: Zum einen ist der Zeichenstil sehr düster, zum anderen die Thematik sehr schwerwiegend und ein wenig drückend, außerdem werden viele verschiedene Schicksale erzählt, die sich miteinander verweben.
Zum ersten also zur Story.
V, der geheime Rächer, dessen Gesicht - sehr zu meinem Leidwesen - man nicht ein einziges Mal zu sehen bekommt, ist gegen den totalitären Staat, in den sich England nach dem Krieg gewandelt hat und kämpft für die Anarchie - und das mit allen Mitteln. Mit Bomben, Explosionen und Toten.
Zuerst allerdings werden alle die getötet, die ihn möglicherweise identifizieren könnten - denn V ist ein ehemaliger Häftling eines Lagers, das an die deutschen Konzentrationslager erinnert. Das V steht nicht nur für Vendetta oder Victory, sondern auch für die römische Zahl 5, welche für das Zimmer steht, in dem er untergebracht wurde, bevor er das Lager sprengte und entkam.
V rettet Evey, und hat mit ihr eine Gehilfin an der Seite stehen.
Doch nicht nur aus Vs und Eveys Sicht wird erzählt, nein, auch vom Führer und verschiedenen Funktionären mit ihren Eheproblemen wird erzählt.
Somit bekommt jeder Charakter genug Tiefe und wird nachvollziehbar - sogar der Führer, was meiner Meinung nach ein erstaunliches Meisterwerk ist.
Der Gesamtband besteht aus drei Teilen, die wiederum in kleinere Kapitel unterteilt sind. Als Gesamtpaket ein bisschen viel, aber mit genügend Denkpausen zwischendurch wirklich gut.
Es werden einem ganz plötzlich verschiedene Dinge klar, manche Sachen muss man öfter lesen und genau anschauen, um es zu verstehen.
Aber bisher war noch kein Meisterwerk einfach zu durchschauen. 
Sehr interessant ist die Idee, dass man V nicht einmal zu Gesicht bekommt, nicht einmal den Menschen hinter der Maske sieht. Damit wird V zu einer Idee (wie er selber übrigens zu Finch sagt, er sei eine Idee, und eine Idee sei nicht aus Fleisch und Blut), die weiterleben kann. Durch Evey, welche sich wiederum einen Nachfolger sucht. So kann V der Bevölkerung als fast übermenschlich erscheinen.
Allerdings werden manche Mysterien bis zum Ende nicht geklärt, und das Ende ist offener als offen.

Der Zeichenstil:
Sehr düster. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, und das hat fast bis zum Ende gedauert. ;)
Zwischenzeitlich wird je nach Szene und Dramatik die Zeichenart geändert: mal Konturen, mal Konturen, die dreidimensionaler gestaltet werden, indem sie schraffiert und damit schattiert werden, manchmal ganz Seiten, in denen alles über Schraffuren gearbeitet wird, indem durch Schatten ein ganzer Mensch gezeichnet wird, in all seinen Einzelheiten. Die Farben sind immer gedeckt, das Einzige, was mit knalligen Farben gearbeitet ist, ist das Feuer der Explosion, durch welche V entkommen konnte.

Gesamtfazit:
Verdammt gut, ein richtiges Meisterwerk. Wer sich mit einem Comic anfreunden kann, der sollte es wagen!
Gibt es bei amazon für 20 Euro neu, für knapp über 10 als gebrauchte Version. Das lohnt sich!


Bild: amazon.de

Samstag, 3. Mai 2014

"Abgeschnitten" - Fitzek/Tsokos

Das habe ich mir von einem amazon-Gutschein bestellt. Ich bin ein wahrer Fitzek-Fan, und habe es deshalb direkt mitgenommen. 
Die Rezi ist auch ein wenig kurz, tut mir Leid.
Die nächsten werden wieder länger, versprochen!





Wow.
Das war mal wieder ein sehr gelungener Fitzek. Der Plot durchdacht, gut konstruiert, sehr verwirrend. Mit jeder neuen Erkenntnis denkt der Leser "Achso, so ist das.", stolz auf seine Erkenntnis, um mit jedem weiteren Indiz zu denken: "Das passt doch nicht so ganz?!" Und plötzlich gibt es wieder diesen AHA-Punkt.
Durch unerwartete Wendung ist die Spannung bis zur letzten Seite vorhanden, sogar im Epilog!
Durch Tsokos' Einflüsse wurde das Ganze blutig, aber durch die Beschreibungen erst realistisch und glaubwürdig.
Bitte, bitte mehr davon! Lesens- und empfehlenswert!
Bild: Lovelybooks.de

"Tiefer gelegt" - Janet Evanovich

Hier eines meiner Lieblingsbücher. Tut mir Leid, das ist jetzt wirklich nur Geschwärme geworden... 



Der erste Teil des Barney/Hooker-Gespanns.
Und ich muss sagen, ich liebe Janet Evanovich ja sowieso - Witz, Witz, noch mehr Witz, Humor, Action und ein kleines bisschen Krimi drin, aber Barney toppt meiner Meinung nach alles. 
DIe "guten" Charaktere sind alle wahnsinnig sympathisch, die bösen allgemein eher nicht so. Witzig sind sie aber alle. Die Spitznamen, die sich Barney für die bösen Buben ausdenkt, sind zum Schießen (ich erinnere nur an Kotzfresse...) 
KEINER der Charaktere verhält sich irgendwann irgendwie OOC, also "Out Of Character", was bedeutet, dass sie sich nie so verhalten, wie es zu ihrem Charakter garn icht passt. Man hat keinen einzigen Moment den Gedanken: "Oh. Das passt jetzt aber gar nicht zu ihm/ihr." 
Ich finde, was Charaktere angeht, hat Janet Evanovich definitiv ein Händchen für tiefe, realistische Personen, die sie erschafft, und auch vor allem auch durch das ganze Buch hält. Niemand ist ein/e Gary/Mary Stue, jeder hat seine Fehler - und das nicht zu knapp. 

Natürlich ist das kein wahnsinnig tiefsinniges Buch. Und es ist auch abzusehen, dass Barney und Hooker am Ende zusammen kommen. Aber bei welchem Frauenroman ist das denn bitte nicht so? Genau dafür sind sie doch geschrieben. Und der Weg hin zum erlösenden "Sie haben sich" ist bei (meiner Meinung nach) niemandem witziger als bei Janet Evanovich.
Insgesamt zählen die Alex-Barnaby-Bücher definitiv zu meinen Lieblingen im Bücherregal! (Und ich kann sie fast auswendig.... ^^)


Bild: Lovelybooks.de

"Lauf Jane, lauf" - Joy Fielding

Gebraucht auf medimops erstanden. Yippieh, ich liebe es, gute Bücher billig zu kriegen!


Joy Fielding ist meiner Meinung nach eine Meisterin darin, den Leser zu verwirren, ihn in der Geschichte mitgehen zu lassen.

Jane Whittaker vergisst, wer sie ist. Die Taschen voll Geld, das Kleid voller Blut findet sie sich auf der Strasse und weiß nicht wohin.
Ihr Mann, der sie später bei der Polizei abholt, erzählt ihr ihr Leben, doch sie erinnert sich nicht. Der Mann ist dem Leser nicht koscher, allerdings wirkt er zwischenzeitlich derart lieb, dass der Leser sich unwillkürlich fragen muss, ob er jetzt überreagiert. Oft wird Jane erzahlt, sie sei unheimlich aggressiv, doch sie erkennt sich nicht wieder, fragt sich, ob sie in ihrem vorigen Leben eine unhaltsame Furie war.

Die Sympathie des Lesers wird von einer Seite zur anderen geschubst - wer ist denn nun gut, wer böse? Fast jeder Charakter, der im Buch auftaucht, wird im Laufe des Geschehens verdächtig.

Joy Fielding schafft es, dass der Leser an jeder Stelle mit Jane mitgeht, jede ihrer Überlegung auch die des Lesers ist, und am Ende, als die Erinnerung kommt, vor Spannung bald platzt. Und das Ende ist eine wahnsinnige Überraschung.


Gut geschrieben ist es außerdem. Die Spannung wird rasant aufgenommen und nicht einmal wieder abgelegt. Auf jeder Seite ist der Leser unter Hochspannung.


Richtig gutes Buch! Wahnsinnig spannend!
Bild: Amazon.de (ich habe, da ich es gebraucht gekauft habe, die Version von 1992 bekommen. Nicht schlimm, liest sich trotzdem gut :D)

"Wellentänze" - Katie Fforde

Ein Exemplar, dass ich spontan im Kaufland vom Wühltisch mitgenommen habe. 




Ich habe das Buch, wie schon erwähnt, für 3,50 € in der Wühlkiste gefunden. Und um ehrlich zu sein, das hätte ich mir sparen kaufen.
Suzy ist mir noch am sympathischsten, weil sie ein Charakter ist, der halbwegs nachvollziehbar ist. Allerdings hat sie nicht wirklich Tiefe, da sie eher ein Sidekick ist.
Julia ist einfach nur nervig, von vorn bis hinten unentschlossen und unrealistisch. Mal mag sie Fergus, mal nicht. Über ihre Gefühle wird im Prinzip nie eingegangen, wenn sie dann mal über Fergus schwärmt, kommt einem das viel zu weit hergeholt vor. Warum sie ihm so abgeneigt ist, weiß der Leser auch nicht wirklich. Wenn es tatsächlich nur wegen der Geschichte damals in der Kindheit ist, na dann Prost Mahlzeit. Fergus, viel Spaß mit einer dermaßen kindischen Mittdreißigerin?!
Und wieso lügt er sie denn ständig an und erzählt Blödsinn? Um sie rumzukriegen? Da würde ich jedenfalls keinen Verlobungsring mehr annehmen, wer weiß, was der dann sonst noch so erzählt.

Und wieso zur Hölle haben sie mitten auf einem Feld so urplötzlich Sex? Julia kann nicht ernsthaft geglaubt haben, es sei ein Traum oder so.
Insgesamt war mir die Geschichte von vorn bis hinten einfach unlogisch und komisch.
Hat mir gar nicht gefallen.

Bild: lovelybooks.de

"Dead Eyes" - Chris Priestly

Wieder ein Leserunden-Exemplar (Lovelybooks), dieses Mal ein Jugendbuch. 




Nachfolgendes ist natürlich unter dem Punkt bewertet, dass es ein Jugendbuch ist. Der Plot ist eigentlich ziemlich gut, wie ich finde. Auch die Erarbeitung im Buch ist ziemlich spannend. Durch Angelien, die Bilder in Galerien und dem Friedhof bekommt man einen Draht und die Parallelen zur Vergangenheit.
Das Ende ist überraschend, die Auflösung um die Maske ein"Achso"-Effekt.

Der Schreibstil ist wirklich angenehm. Alles, vor allem aber die Umgebung in Amsterdam, wird anschaulich beschrieben, sodass man sich ein richtiges Bild im Kopf machen kann.

Der einzige Fehler, den ich wirklich fatal für das Buch finde, ist, dass die Charaktere so zweidimensional bleiben. Sie werden nicht wirklich vertieft, es fehlen tatsächliche Gefühle oder Emotionen. Die bekommt man höchstens von Alex mit, da das Buch nun aus seiner Perspektive läuft.
Alex selber ist komisch, wie ich finde. Sein Alter wird nie gesagt, einerseits trinkt er schon Kaffee, andererseits beginnt er schnell zu weinen und verhält sich sehr stark wie ein Kind. Daher war ich über sein Alter verwirrt, schätze ihn, den Kaffee ignorierend, auf um die 12.
Auch der Tagesablauf ist meistens ziemlich monoton.
Die Dialoge sind manchmal ein wenig ungeschickt, für einen großen Streit fehlen die zugrundeliegenden Reize.

Bild: lovelybooks.de

"Farben der Dunkelheit" - Marion Hübinger

Da ist er schon, der nächste Post. Habe ziemlich viel nachzuholen...
Auch dieses Buch war, Überraschung, eine Leserunde, wieder von Lovelybooks. Vielen herzlichen Dank, dass ich teilnehmen durfte! 




Das Cover finde ich erst mal sehr schön gestaltet. Passt zum Inhalt, und sehr künstlerisch ist es auch.

Zum Schreibstil:
Einerseits ist es im Präsens geschrieben, was eine kurze Eingewöhnungsphase braucht. Die Sätze sind alle ziemlich kurz gehalten, was mich persönlich sogar ab und zu gestört hat.
Wenn es um die Farben und Beschreibungen ging, fand ich es schön geschrieben, allerdings hat mich die wörtliche Rede gestört. Alles ist "cool", und es ist zwischenzeitlich ein bisschen sehr stark gewollt jugendsprachlich, dass es fast schon komisch wirkt.
Zudem wundert mich, dass David seine Mutter "Sonja" nennt?


Die Story ist ganz gut ausgearbeitet.
Etwas wirklich innovatives finde ich leider nicht darin. Der Fantasyteil kommt leider meiner Meinung nach viel zu kurz, sodass er nicht ganz nachvollziehbar ist. Gideon sagt zwar am Ende, was er ist, doch irgendwie weiß man nicht so ganz, wo er herkommt, wie er seiner Familie etwas vormachen konnte, weshalb er die Sache mit dem Blutaustausch machen will, was direkt seine Erlösung ist und so weiter.
Ich habe mit dem Beginn der Geschichte massive Probleme.
Leah sieht einen Garten, schaut ihn sich an. Das stellt ein Ehepaar fest, und sie laden sie sofort ein, hineinzukommen, und laden sie sogar zum Essen ein. Die Jungs sehen sie, und gerade David sieht sie und ZACK bedeutet sie ihm etwas.
Das ist ziemlich unrealistisch. Stelle man ein auffällig gekleidetes Mädchen, der man (laut eigener Aussage) ansieht, dass sie kaum Geld hat und lasse sie einen Garten anstarren, werden die Bewohner entweder alles verrammeln, damit sie nicht auch noch ins Haus schaut oder sogar herausgehen und sie bitten, zu gehen.
Diese sofortige Freundlichkeit und "Du-bist-ein-Teil-der-Familie" erinnert mich an ein Märchen oder so.
Auch Davids Gefühle gehen mir viel zu schnell.
Es schien alles so, als sollte der Anfang ganz ganz schnell gehen, damit bald zum Hauptteil der Handlung gekommen werden konnte.
Den Epilog finde ich merkwürdig.
Hat David so gar keine Probleme damit, seinen Bruder getötet zu haben?
Und vor allem : Haben Hannes und Sonja es ihrem lebenden Sohn einfach so abgenommen, dass er Gideon töten musste, weil dieser ein Dämon war?
"Hey, Pa, ich habe ein Problem. Gideon ist ein Dämon und wollte gerade Leahs Blut trinken, deshalb musste ich ihn töten." Und sofort rückt Hannes als Aufräumkommando an?

Leider klang die Beschreibung besser, als ich persönlich es dann am Ende gefunden habe.
Bild: Lovelybooks.de

"This is not a love Story" - Holly Bourne

Und zack, direkt noch ein Buch hinterherschieben, damit es hier auch was zu gucken gibt ;)
Auch dieses Buch durfte ich im Rahmen einer Leserunde (Lovelybooks) lesen. Vielen Dank dafür!




Peggy ist 17 und glaubt nicht an solche Dinge wie Liebe und Seelenverwandschaft. Sie ist zynisch und schlagfertig - und weiß überhaupt nicht, wie ihr geschieht, als sie den Gitarristen von "Growing Pain", Noah, kennenlernt.
Doch die beiden verbindet nicht nur eine starke Anziehungskraft, sondern da steckt noch sehr viel mehr dahinter...

Achtung, ich werde jetzt von vorn bis hinten spoilern. Wer das Buch noch nicht gelesen hat, wird das hier wohl nicht lesen dürfen ;)
Die Charaktere:
An sich sind die Charaktere gut erdacht. Peggy ist witzig, sarkastisch, zynisch und schlagfertig, kommt jedoch ganz schön ins Wanken, wenn es Noah betrifft. Durch die Sicht aus ihren Augen bekommt sie Tiefe.
Die hat mir Noah leider ein bisschen gefehlt. Seine Stimmungs- und Verhaltensschwankungen fand ich teilweise ein wenig abrupt, und wieso er die hatte, war mir auch nicht immer klar. Das mit einem simplen: "Na, er hat doch Depressionen" abzutun, finde ich nicht ausreichend.
Zudem ist mir unklar, weshalb Noah so viele Klischees bedienen muss. Er sieht gut aus, er hat sehr viel Geld, er ist Typ einsamer Wolf, er ist Gitarrist einer Rockband, die auch noch erfolgreich wird.
Bei Penny sind die Klischees eingestreut - dessen ist sich das Buch an diesem Punkt aber auch bewusst und macht seine Späße darüber. Bei Noah wirken die Klischee-Beschwerden von Penny allerdings ein wenig fehl am Platz.

Die Handlung:
An sich eine Liebesgeschichte mit einer kleinen Prise Innovation. Die Sache mit den Seelenverwandschaften, einmal im Jahr zwei Personen geboren etc. fand ich sogar ganz gut. Besonders gefiel mir, dass am Schluss versucht wurde, ein wenig physikalische und biologische Erklärungen der Seelenverwandschaft mit eingebracht wurden. Irritiert hat mich, das viel von einer gewissen "Toleranz" zwischen Noah und Penny geredet wird - aber diese Toleranz, worin sie sich genau tolerieren und was das genau ist und wie es sich auswirkt, wird nie gesagt. Schade.
Klasse gemacht ist das Ende. Klar, es frustriert den Leser schon irgendwie, ich meine, Happy Ends sind doch immer angenehmer.
Allerdings muss man erst einmal eine Autorin finden, die es schafft, ihren Hauptpersonen so zu schaden und weh zu tun.
Bei vielen großen Reihen und Serien schafft es der Hauptcharakter zu einem Happy End, oder wenigstens, nicht zu sterben.
Hier werden Noah und Penny allerdings getrennt. Guter Schachzug.

Was mir fehlt: die Reaktion Pennys Freunde auf die Trennung. Diese interessante Geschichte, die sich dort ausgedacht wird, würde ihr doch niemand abnehmen?!

Der Schreibstil:
Sehr witzig und amüsant.
Zwischendurch wird ein wenig Umgangssprache und Bezüge zu heutigen Filmen und Belletristik genommen, was für einen jugendlichen Leser mehr Spaß bringt.

Lediglich der große Showdown im Regierungsgebäude ging mir ein bisschen viel zu schnell. Wie konnten sich die beiden durch eine Glasscheibe küssen? etc. Das war so ein Schwupps, sind sie drin, und schwupps, wieder draußen.


Fazit:
Die Abzüge gibt es für den extrem klischeehaften Noah und seinen unschlüssigen Charakter, zudem der zu schnelle Showdown und die Sache mit der Toleranz. Außerdem für die fehlende Reaktion von Freunden und Eltern, denn die "Ausrede" ist wirklich sehr dünn, somit zähle ich das fast als Logikfehler.

Und eigentlich wäre es schön gewesen, noch mehr Informationen zu Rain und Anita zu bekommen.
Bild: Amazon.de (wie zu sehen, gibt's da den Blick ins Buch, wenn jemand mal hineinschauen möchte.)

"Devoted - Geheime Begierde" - S.Quinn

Vorher unbedingt dazugesagt werden muss, dass ich dieses Buch nicht zu Ende gelesen habe. Ich habe es mit meiner Schwester als Hörbuch angefangen, und nach ein paar Minuten direkt wieder ausgemacht. 




Ich habe den ersten Teil als Hörbuch gehört.
Und die erste Frage, die sich mir stellt, war: Welcher Lektor lässt solche Manuskripte tatsächlich verlegen?!

Beginnen wir mit der absolut unrealistischen Aufnahme auf diesem College.
Vielleicht war ja ihr Talent überragend, sodass sie aufgenommen wurde, meinetwegen, aber dass sie als VOLLSTIPENDIATIN aufgenommen wurde - OHNE sich dafür beworben zu haben? Stipendiumsplätze sind hart umkämpft, mit denen wird nicht einfach so um sich geschmissen! Dazu bekommt sie noch einen Scheck, um mal richtig shoppen zu gehen? Der muss auch noch so hoch ausgestellt sein, dass sie nicht nur eine ganze Edelboutique leerkaufen kann, sondern sich im Apple-Store ebenfalls ausrüstet.
Hier bekam ich den ersten Brechreiz.
Sehr realistisch.
Dann bekommt sie das beste Zimmer: das Turmzimmer mit Balkon. Brechreiz Nummer zwei: bin ich bei Rapunzel gelandet?

Als dann der "Schulalltag" beginnt, habe ich das Hörbuch frustriert ausgemacht.
Am ERSTEN Tag gibt der Lehrer Texte aus, die sie spielen soll. Er sei der Dialogpartner, und sie bekommt direkt eine Rolle, in der sie als Ballerina den Regisseur oder so becircen soll. Somit muss sie ja sofort ihren Lehrer anbaggern. Und das am ersten Schultag. Das geht ja schnell.
Nachdem sie das nicht so richtig hinkriegt, rennt sie am Tag Nummer ZWEI, (!!) wohlgemerkt, zu ihrem Lehrer, um Einzelunterricht zu bekommen. Sie will ihr Potential ausschöpfen. Natürlich geht sie auf ein High-Class-College, kriegt dort alles von vorn bis hinten auf dem goldenen Tablett serviert, und bekommt am zweiten Tag Einzelunterricht mit dem Lehrer ihrer Träume zugesichert. Zudem: wieso zur Hölle heult sie am zweiten Tag herum, dasssie ihr Potenzial nicht ausschöpfen könne und ohne seine Nachhilfe praktisch untergehen wird? Mädel, beruhige dich, warte doch erst einmal die ersten paar Wochen ab?!
Langsam ist was anderes.
Am Abend bekommt sie den Einzelunterricht, und ZACK, sind die beiden am Rumknutschen, Am Tag Nummer ZWEI. Hier ist die einzige Reaktion einfaches an die Stirn fassen und seufzen.
An Tag DREI ist er verschwunden, und sie sitzt den ganze Tag da und denkt nach, ob er ihretwegen gegangen ist.
Als eine andere Lehrerin sie zum Tee einlädt, habe ich ausgemacht. Ernsthaft? Sie hat eine Affäre mit einem Lehrer und erzählt es PROMPT einer anderen Lehrerin? Diese tratscht prompt die komplette Lebensgeschichte von dem Lehrer, mit dem die Protagonistin die Affäre hatte, und wertet sein Gefühls- und Seelenleben aus? Und bietet ihr dann noch an, eine zweite Mutter für sie zu sein? WHAT?

Ebenfalls absolut nervtötend ist das Bild, das von der Frau gezeichnet wird. Sie ist 22, und sie und ihre Freunde interessieren sich ausnahmslos nur für's Shoppen und die Jungs.
Liebe Männer da draußen: auch Frauen denken ab und zu an tiefgründigere Dinge.
Ihre 22-jährige Frau wird beschrieben wie ein 13-jähriger Teenager, gefangen im Hormonstrudel.

Nach 50 Shades of Grey und diversen anderen Hausfrauen-Trilogien: nehmt sexuell frustrierten Hausfrauen doch bitte die Schreibfedern aus der Hand! Das klingt wie die Sexfantasie von eben einer 13-jährigen Teenagerin!

Nicht falsch verstehen, ich habe nichts gegen erotische Literatur oder Liebeskomödien oder ähnliches. Aber nur, wenn die Charaktere realistisch gezeichnet sind, wenn der Handlungsverlauf logisch und realistisch ist und vor allem: Gefühle brauchen Zeit! Tag eins und alle knutschen rum? Also, bitte!

Ich habe das Buch auf Deutsch gehört, daher kann ich nicht sagen, ob der dazukommende grottig schlechte Ausdruck ein Fehler der Übersetzung ist.

Meine Endnote: 0 bis minus 12 Sterne.


Bild: Amazon.de

"Ich bin... das Ende" - Celeste Ealain

So, erst einmal alle schon geschriebenen Rezensionen hochladen... auch dieses Buch durfte ich bei einer Leserunde lesen, allerdings dieses Mal bei Lovelybooks. 
Vielen Dank an Celeste an dieser Stelle!

Bild: amazon.de 

Cover:
Das Cover finde ich wirklich schön gehalten. Es drückt allein durch seine Gestaltung genau das aus, was drin ist: Sci-Fi, Fantasy, Romance.

Inhalt:
Silena und Edrian - ein Headhunter und ein Mensch, sind gezwungen, sowohl vor den Vampiren als auch den Menschen zu fliehen. Dabei wollen sie die Wahrheit entdecken -über sich, über den anderen, über die Welt.

Fazit:
Der Plot ist vielleicht nicht so innovativ, dafür aber auf jeden Fall kreativ!
Das Buch hat mir gut gefallen, es hat leider am Ende ein Stück abgenommen. Das Finale kam Knall auf Fall, manchmal fehlten entsprechende Reize für eben diesen Knall.
Die Charaktere sind glaubwürdig, in fast allen Reaktionen nachvollziehbar, es hätte ihnen allerdings ein kleines bisschen mehr Tiefe verliehen werden können.
An einigen Stellen ist es wirklich amüsant, da musste ich lachen, es gibt also auch den Ausgleich zum Spannungsaufbau, der wiederum sehr gut gelungen ist. Bröckchenweise gibt es neue Informationen, die der Leser nicht wirklich einzuordnen weiß. Oftmals tun sich eher neue Fragen auf, als dass die vorhandenen beantwortet werden. Zum Ende hin gibt es aber mehr "Aha!"-Momente.
Der Schreibstil ist noch ein wenig unentschlossen, aber für den zweiten Roman okay. Es ist nicht so, dass diese Unentschlossenheit beim Lesen stört, keinesfalls.
Ich glaube, die nächsten Romane werden durch mehr Erfahrungen, das Feedback der Leserunden und auch durchaus durch die Übung definitiv zumindest im Stil sehr viel besser sein, denke ich.
Jeder hat mal angefangen, und auch eine J.K.Rowling hat sich in ihrem Schreibstil vom ersten bis zum letzten Harry Potter sehr verändert.
Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden! Sogar eine ganze Menge...






Bild: amazon.de (dort gibt es, wie ihr seht, einen Blick ins Buch! Wenn ihr wollt, lest doch mal rein!)

"Verdorbenes Blut" - Geoffrey Girard

Und hier das erste Buch!
Ich hatte die Möglichkeit, es im Rahmen einer Leserunde bei luebbe.de zu lesen. Vielen Dank noch einmal dafür!



Bild: amazon.de


Das Cover: Das Cover überzeugt. Schlicht, vielsagend, gut gemacht. Passt zum Inhalt, vor allem mit dem zerbrochenen Reagenzglas.

Der Inhalt: Castillo ist ein Soldat, er viele Jahre lang bei der Sondereinheit der Delta Force diente. Nach einem verheerenden Geschehen in einem Einsatz wurde er sozusagen zwangspensioniert und leidet nun an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Nun tritt Stanforth, sein ehemaliger Chef, in sein Leben zurück, und verlangt von ihm, dass er sechs Jungen aufspürt, die aus einer Schule ausgebrochen sind. Die Besonderheit: Die "Schule" ist nicht nur eine solche, sondern ebenfalls ein Labor, in dem Klone von berühmten Serienkillern geklont werden - Jeffrey Dahmer, Ted Bundy, David Berkowitz, Dennis Rader, Henry Lee Lucas, Albert Fish, Henry DeSalvo und viele mehr. Die sechs ausgebrochenen Jungen sind Klone dieser Killer - und bereit zu töten, wie sie bereits bei ihrem Ausbruch aus der Anstalt bewiesen haben. Castillo geht auf die Jagd - und stößt dabei an viele Ecken und Kanten.

Meine Bewertung: Dieses Buch empfand ich als sehr spannend. Der Schreibstil ist flüssig, spannend gehalten, der Spannungsbogen wird über das ganze Buch gehalten, da mache ich keine Abzüge. Die Hauptcharaktere sind realistisch dargestellt, haben Fehler und Schwächen - und Tiefe. Die dargestellten Gräuel sind so erschreckend, weil fast alle von ihnen exakt so begangen worden sind, von den "Originalen" der Klone. Ja, Edward Theodore Gein höhlte die Köpfe seiner Opfer aus und nutzte sie als Futterschalen für seine Hunde und Katzen. Wem so etwas zu heftig ist, sollte Finger von dem Buch lassen. Aber eins muss klar sein: diese Dinge sind nicht der Fantasie des Autors entsprungen. Diese Dinge sind so passiert, es gab Menschen, die machten so etwas. Ein Einblick in die tiefsten Abgründe und Kellerräume der menschlichen Seele. Die Handlung ist spannend, der Plot gut ausgearbeitet. Lediglich am Ende gibt es einige Ungereimtheiten, die nicht logisch oder unrealistisch erscheinen, was in meinen Augen leider ein großer Fauxpas war. Ansonsten ist das Buch in den ersten drei Vierteln wahnsinnig gut recherchiert, was meiner Meinung nach ein großes Plus darstellt. Biologische Daten und Fakten zum Klonen sind vollkommen richtig dargestellt. Im Buch geht es viel darum, ob Gewalt und Perversitäten vererbt werden können. Es regt den Leser zu genau dieser Überlegung an, obwohl es am Ende zu einem eindeutigen Schluss kommt.
Zudem geht es viel um das Verhältnis von Militär-Bevölkerung-Regierung. Schon die Regierung weiß nicht alles, was das Militär so treibt - und die Bevölkerung ist völlig ahnungslos. Das Buch ist eine Kritik an den Möglichkeiten, die Militär und Tochterfirmen heutzutage haben, und was passieren kann, wenn das Geld über die Moral siegt. Ist es ethisch vertretbar, einen Menschen zu klonen? Ist es ethisch vertretbar, einen Serienkiller zu klonen? Und ist es ethisch vertretbar, die Bevölkerung von diesen Tatsachen nichts wissen zu lassen? Waren Tuskegee und andere Militärexperimente ethisch vertretbar? (Arme Menschen in Alabama wurden absichtlich von der Gesundheitsbehörde der USA mit Syphilis infiziert um die Wirkungen zu erforschen, die diese Krankheit unbehandelt entwickelt. Auch als es ein Gegenmittel gegen Syphilis gab, wurde dieses nicht angewandt. Als ein Mitarbeiter aus einem anderen Abteil des Gesundheitsministeriums davon erfuhr, und sich beschwerte, wurde ihm mitgeteilt, dass die Seuchenschutzbehörde keinerlei moralische Bedenken hätte. Dass Experiment lief von 1932 bis 1972, bis der Druck der Medien, die durch den Mitarbeiter davon erfahren hatten, das Experiment in die Knie zwang.) Von solchen Experimenten werden noch sehr viele andere im Buch genannt. Wie erschreckend es doch ist, dass das Militär an seiner eigenen Bevölkerung herumexperimentiert! Mir persönlich hat es ein klitzekleines Bisschen die Augen ein Stück mehr geöffnet.
Das Buch macht außerdem klar, dass die Geschichte, die wir lernen, die der Sieger ist. Es werden einmal Operationen erwähnt, in denen es darum ging, dass die Mediziner in den KZs, die Experimente an den Häftlingen durchgeführt wurden, genauso in die USA eingeflogen werden sollten wie die Entwickler sämtlicher Kriegswaffen. So viel zur USA, unser großer "Beschützer". Was bei uns aufhörte, ging dort drüben weiter. (Das soll keine Hetze gegen die USA sein. Es soll nur zeigen, wie unwissend man ist. Wer weiß, was unser Militär in Geheimprojekten so alles anstellt?)

Das Buch zeigt auf, wie wenig die Bevölkerung über Projekte von Regierung, Militär und Geheimdiensten weiß. (Siehe großer Aufschrei nach Spionage durch die USA.)
Das Buch zeigt die Unklarheiten der moralischen Grenzen im Bereich der Wissenschaft auf. (Es ist laut Gesetz nicht verboten, einen Menschen zu klonen.)
Das Buch zeigt auf, dass der Mensch grausam und krank sein kann. (Und vor allem, wie verdammt viele Serienkiller es schon gab. Was einem auch nicht direkt klar ist.)
Und das Buch zeigt auf, wie sehr man beeinflussen kann, wer man ist, und dass man die Person sein kann, die man sein will. Man muss sich nur ein wenig anstrengen.

Fazit: Im Prinzip fungiert das Buch als einziger großer Denkanstoß, um Moral, Militär, Kriege, Regierung und sein eigenes Selbst kritisch zu hinterfragen, weshalb ich ihm trotz der groben Logik-Schnitzer im Ende 4 von 5 Sternen geben möchte.

Es geht los!

Heyho!

So, da bin also auch ich, Vitani, unter die Blogger gegangen. Fragt mich nicht, wie das passiert ist, ich weiß es nicht...
Dann möchte ich euch mal direkt einige Fragen vorwegnehmen.

1. Was ist das denn bitte für ein Name?
"Krebstier im Keller" ist die Kreuzwort-Frage für das Wort "Assel". Aus unerfindlichen Gründen könnte ich mich darüber kaputt lachen, und sollte ich jemals ein Buch schreiben, wird es genau so heißen.
Und "Schmökerchouch"es und "Bücherecke"n gibt es so viele, das fand ich dann doch zu einfach.


2. Was genau wird das hier?
Wir ihr oben schon sehen könnt, wird das ein Buchblog. (kollektives Aufstöhnen: Och neee, noch einer?) Ich behalte mir aber vor, ziemlich kritisch zu bewerten und nicht einfach nur in Begeisterungsstürme auszubrechen. Also, falls ihr tatsächlich an einer kritischen Betrachtung interessiert seid, seid ihr bei mir vollkommen richtig.

3. Wer zur Hölle bist du?
Ich bin Vitani. Wem das dunkel bekannt vorkommt - so heißt die... Freundin? Schwester? Ja, was eigentlich? - von Kovu im weiten Teil von König der Löwen. Den Namen fand ich so klangvoll, daher habe ich den genommen.
Ich bin Studentin und studiere im Hauptfach Literatur.
(Ich habe vor, nicht nur Belletristik zu bewerten, sondern hier und da vielleicht auch für Studis ein paar nützliche Buchtipps rauszugeben.)


So. Zack, mein erster Post! Wahnsinn...

Dann werde ich mich mal ransetzen und sehen, wie das hier mit der Technik aussieht.... (Blogger-Neuling und Layout-Noob bin ich nämlich außerdem.)

Liebe Grüße und noch ein schönes Wochenende!

Eure Vitani