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Montag, 16. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015

Ja, ihr lieben Mit-Asseln, 
ich war da. Zwar nur am Samstag, den 14. März, aber ich war anwesend! Und ich muss sagen, es war, wie immer, ziemlich anstrengend... aber damit hatte ich gerechnet. 
Es war wahnsinnig voll, sodass ich mit dem Besuch ein wenig unzufrieden bin - in die Lesungen kam ich nicht, weil es zu voll war, allerdings war Stöbern auch nicht wirklich möglich, weil man von der Masse einfach mitgeschoben wurde. (Noch schlimmer wurde es in der S-Bahn von Leipzig nach Halle - da musste man echt Angst um sein Leben haben.)

Was habe ich so alles gemacht?
Zunächst war ich bei einem Vortrag, der als "Grundlagen für Selbstpublisher" betitelt worden ist. Nicht, dass ich im Moment ein Buch verlegen will, aber das steht auf meiner Lebens-To-Do-Liste, und ich dachte, ich könnte mich ja einfach mal informieren. 
Tatsächlich war es allerdings einfach nur eine Werbeveranstaltung, in welchen Magazinen und Katalogen man am besten hunderte von Euros lassen sollte, damit die Leute das fertige Buch kaufen, es ging nicht um das Verlegen an sich. Schade.
Dann wollte ich ursprünglich zur Lesung von Sebastian Fitzek zu "Passagier 23" in der LVZ Autorenarena. Da die Arena für eine solch begehrte Veranstaltung natürlich viel zu klein war, stand ich lediglich davor und bin ein paar mal gehüpft, um den Guten wenigstens mal live zu sehen (ich mag seine Bücher sehr gern). Er war tatsächlich viel witziger und weniger abgehoben, als ich ihn mir vorgestellt habe. Auf dem Bild in seinen Büchern guckt er immer so böse, und ich habe mir automatisch seine Stimme etwas ... tut mir Leid, schleimig vorgestellt. Auch ist er überhaupt nicht abgehoben, was ich bei seinem Erfolg sehr sympathisch finde. Nächster Nachteil der Arena: sie ist an allen vier Seiten durch Wände abgetrennt, was nicht nur eine räumliche Begrenzung ist, sondern auch blöd für all jene ist, die sich an den Eingang drängen, weil sie nicht mehr hereinkamen - man hört nichts. Ich saß dann also an einer Wand und versuchte mich zu konzentrieren, aber es wurde geschwatzt, Leute liefen vorbei, und somit war das unmöglich. Nicht, dass ich etwas verpasst hätte - die Moderatorin hat ihn sinnloserweise eine Viertelstunde über Kreuzfahrten ausgefragt, mit Lesen war da nicht viel. Schade - Gespräche hatte Herr Fitzek dann noch genug.
Außerdem war ich bei einem Schreibkurs bei Martina Rellin. Das war ganz witzig,die Frau war recht sympathisch, allerdings hätte ich bei der bombastischen Ankündigung (O-Ton: "Sie werden staunen, was Sie inmitten des Messetrubels alles zustande bringen werden") ein bisschen mehr erwartet als "Der Satz beginnt mit "Sie war" - wer hat einen Vorschlag für einen ersten Satz einer Geschichte? Ja, "Sie war das erste Mal in dieser Stadt" klint doch gut! So, und nun haben Sie fünf Minuten Zeit, schreiben Sie mal!". Denn mehr war es nicht.
Mehr Probleme hatte ich allerdings mit manchen Teilnehmern. In solchen Kursen hat man immer einen prozentualen Teil von Möchtegern-Kafkas. Naja. Am Ende jedoch gab es eine schöne, kleine und sogar abgeschlossene Geschichte über Ameisen, das war ein gelungener Abschluss. Schlussendlich gab es noch eine Gedichtlesung, die ich persönlich schade fand. Ich hätte mir lieber noch ein paar Tipps angehört, denn man lernt ja nie aus, anstatt Lyrik zu lauschen. Ich hab's eben nicht so mit Gedichten. 

Dann habe ich mich eine Runde lang durch Halle 1, die Manga- und Comic-Convention,schieben lassen. Viel zu viele Menschen, etwas gesehen habe ich nicht. Bis auf sehr interessant verkleidete Menschen. Auch wenn ich wenig in Büchern stöbern konnte, gab es wenigstens verkleidete Menschen zu sehen, und etwas zu bewundern (einen ganzen Messe-Tag mit 12 cm Absätzen zu überstehen, das kann man schon mal bewundern.)
Schließlich ging's zum Lovelybooks Leser- und Bloggertreffen! Überraschung, fast alle gehören mittlerweile zum Bloggermilieu - das ist bei manchen Lovelybook-Challenges halt von Vorteil. ;) Es gab sehr interessante Gäste, auch extra aus London eingeflogen, allerdings fühlte ich mich bei der Fragerunde dann ein wenig überrumpelt. Ich hatte kein Programm gesehen, in dem uns mitgeteilt wurde, wer kommt, und im Nachhinein, im Zug nach Hause, fielen mir etliche Fragen ein, die ich gern gestellt hätte. Vielleicht könnte das das nächste Mal ein bisschen früher bekannt gegeben werden, damit man sich das schon einmal überlegen kann?
Bettina Belitz war wirklich sehr sympathisch! Ihr Buch "Mit uns der Wind" ist jetzt eigentlich nicht so mein Genre, allerdings scheint es ganz unterhaltsam, ich bin unsicher,ob ich's mir gönnen werde. Melanie Raabe war ebenfalls sehr sympathisch, und ich hoffe, dass ich bei der Leserunde zu ihrem Buch "Die Falle" ein Exemplar gewinne!

Die Goodie-Bag... liebes LB-Team: Geht's euch noch gut? Wie könnt ihr uns denn bitte so viele Bücher schenken? Das war keine Goodie-Bag, sondern eine ausgereifte Büchertasche! Oh mein Gott, ich hatte mit ein paar Lesezeichen und Flyern und sowas gerechnet, aber doch nicht mit einem tollen Jutebeutel und acht (!!!) Büchern! UND einem tollen Quietsche-Wal. :D Danke!
Ich weiß natürlich nicht, ob die Gästen noch andere Termine auf dem Plan hatten, ich persönlich hätte mich über eine längere Fragerunde gefreut. 
Ich habe außerdem von den Bloggern der Runde erfahren, dass sie meistens mehrere Tage lang an einem Post sitzen, und fühle mich fast schuldig. Ich blabbere meistens einfach nur vor mich hin, und gut ist. Ihr hört also alle ungefilterte Gedanken. ;D
Dann sah ich Jussi Adler-Olsen auf dem Blauen Sofa und war erstaunt, wie witzig er eigentlich ist. Irgendwie verbinde ich Autoren immer mit den Werken, die sie schreiben, und gehe bei Krimi- und Thrillerautoren meistens davon aus, dass sie sehr ernst und vielleicht auch ein bisschen merkwürdig sind. Das ist bei Fitzek und Adler-Olsen gar nicht der Fall. Ich sollte meine Vorurteile mal ein bisschen herunterschrauben. 

Ich habe außerdem (natürlich) ein paar Leseproben mitgenommen:
Die eine ist "Die Bienen" von Laline Paull - und das klingt echt ganz spannend. Ziemlich außergewöhnlich, und auch sehr gut geschrieben, allerdings weiß ich noch nicht, ob ich es mir bestellen werde - ich fahre gegen Ende des Monats noch nach Wien, und das belastet mein studentisches Portemonnaie schon sehr. 
"After passion" von Anna Todd ist für mich eher ein Reinfall, das wird's auf keinen Fall. Die Leseprobe klingt nach nichts Neuem, einfach nur nach einer Schnulze, noch dazu nur mittelmäßig gut geschrieben, mit einem "Erotik"-Einschwung Richtung 50 Shades of Grey ("Ich schlafe mit niemandem. Ich ficke.") - also einfach nur plumper, vulgärer Sprache. Ich betone immer wieder gern - ich habe absolut nichts gegen erotische Literatur. Sie wirkt nur unheimlich schnell plump. Alles ist geil, alles macht jeden geil, jeder fickt... da habe ich weniger als ein Seufzen für übrig. Die ebenfalls plumpen und nicht sonderlich guten Steckbriefe am Ende der Probe machen das Ganze nicht besser. Pluspunkt: Die Leseprobe sind nicht die ersten paar Kapitel, sondern eine ausgewählte Stelle! Sehr gut, danke!
Trotzdem - Leseprobe wandert in den Müll, und zack, ist das Buch vergessen. 

Im Übrigen: wieso ist es immer eine total verschüchterte graue Maus, die auf den Über-Bad-Boy trifft und ihn für immer ändert? Langsam, finde ich, ist das ausgelutscht.Schlagt doch mal in eine andere Kerbe,bitte...
Außerdem mitgegriffen: Katrin Tempels "Mandeljahre". Es gefällt mir schon mal, dass es zwei verschiedene Zeitstränge gibt, die irgendwo, und sei es nur durch ein Haus, verbunden sind. Es wird in der Leseprobe schnell deutlich, dass es eine Frau geht, die ihrer Familie wegen eine Ehe eingeht, um diese vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Allerdings trifft sie dann auf jemanden, der ihr zum ersten Mal Mandeln zeigt, und dieser Jemand ist dann wohl der Mann, den sie lieben wird. Liebe oder Wohlstand? Auch wenn ich die Zeitstränge sehr mag, bin ich jetzt nicht unbedingt Fan von solch historischen Büchern, und so wird das Buch wohl eher ans Ende meiner Wunschliste rücken. 

So. So weit von mir. Sooo viel Text... und gar kein Bildchen! ;) 
Liebste Grüße, 
Vitani

Mittwoch, 11. März 2015

Später Frost - Voosen&Danielsson

Auch im Rahmen meines SUB-Abbaus. 
Hier meine Bewertung:

Bild: lovelybooks.de
Ingrid Nyström wird überraschend befördert, Stina Forss kommt aus der Großstadt Berlin in die ruhige Gegend Växjö - und wird wie ein Anfänger, der sie keinesfalls ist, noch zur Polizeischule geschickt, und eine Dienstwaffe kriegt sie auch nicht.
Ein Schmetterlingsforscher wird tot in seinem Gewächshaus aufgefunden, Beamte patzen, alle haben ihre persönlichen Probleme an denen sie knabbern - was für ein Chaos! Überall Baustellen, doch die größte ist: Wer ist der Schmetterlingsforscher überhaupt? Und wer hätte einen alten, friedfertigen Mann auf solch barbarische Art und Weise töten sollen?


Ich denke: Der Fall ist gut - der Rest eher nicht so. Ich habe eine ganze Weile am Buch geknabbert, denn wirklich spannend wird es erst im letzten Drittel. Bis dahin plätschert die Geschichte so vor sich hin.Die Protagonisten finde ich alle unsympathisch, von der rechts anghauchten Anette über den ruhmgeilen Knutsson, der nichtssagenden Nyström und Stina Forss, die meiner Meinung absolut nicht in diesen Job gehört. In dem Buch geht es um eher altmodische Polizeiarbeit, und auf einmal kommt eine Berlinerin mit einer illegal besorgen Waffe daher, die zudem ständig Alkohol trinkt und noch dazu Verdächtige verprügelt und sich einen spontanen Flug nach Israel leisten kann?
Mal abgesehen davon, dass das Geständnis absolut nichtig ist, da sie den Verdächtigen mit Gewalt dazu gezwungen hat, würde es wirklich jedem Polizisten auffallen, wenn sie ein Alkoholproblem hat. Und so jemand wäre nicht im aktiven Dienst, zumindest nicht in Deutschland.Stina ist meiner Meinung nach das absolute Tief des Buches, da sie der einzig unrealistische Punkt ist.Das finde ich alles ziemlich schade, denn der Fall an sich ist ja nun verdammt gut erdacht und gut verworren und wird ja auch Stück für Stück gelöst, wenn auch der wichtigste Punkt eher durch Zufall gefunden wird.

Leider nicht so bombe, ich hoffe, die folgenden Bände werden besser.

Das Böse in uns - Cody McFadyen

Ich baue gerade meinen SUB ab, da war das hier unter anderem dabei. 
Los geht's! :)

Bild: lovelybooks.de
Ein neuer Fall für Smoky Barett: Lisa Reid, ein Transgender, wird tot aufgefunden. In ihrem Körper findet sich ein silbernes Kreuz, dort eingraviert ist die Zahl 143. Schon bald finden sich weitere Leichen mit nummerierten Kreuzen. Steht die Zahl für die Opfer des "Predigers", wie er sich selbst nennt? Was sammelt er? Und was hat die katholische Kirche damit zu tun?

1. Cover
Ja, das Cover ist ganz nett. Aber ich glaube, für Cody McFadyen braucht es für die Aufmerksamkeit kein Bomben-Cover, sondern nur die Ankündigung, dass es ein neues Buch gibt, und die Verkaufszahlen sind gesichert. Solang das Cover nicht der totale Bullshit ist, ist es mir meistens auch egal.
Hier also eine nette Schrift und eine spooky Silhouette, aber jetzt nichts mega Gutes.

2. Charaktere
Diesen Punkt finde ich fast den gelungendsten bei McFadyen. Alle Protagonisten sind so unterschiedlich, und dennoch nur stückweise klischeehaft! Ma hat den warmen, lieben Riesen Allan, den grumpy James, die starke Smoky, die witzige Callie. Und alle haben Tiefe, alle sind sehr gut ausgearbeitet, und jede Handlung passt zu ihrem Charakter, niemand verhält sich anders. Gut, er hat in einer Reihe mehr Bücher "Zeit", um sie vorzustellen, aber in einer Reihe hat er auch mehr Risiken, sie patzen zu lassen. Außerdem gibt es in diesem Buch Veränderungen. Und es ist das einzige Buch, in dem ich sage: Jawoll, das ist glaubhaft dargestellt! Meistens hat man in einem Buch drei Schritte: Unwohlsein mit seiner Einstellung, darüber nachdenken, zu dem Entschluss kommen, sich zu ändern, und zack, das Resultat. Hier ist das anders. Manche Veränderungen kommen schleichend, und sind bis zum Ende des Buches noch nicht abgeschlossen. Und das macht es so realistisch - weil Veränderungen Zeit brauchen. Und manchmal zweifeln die Figuren an ihrer Veränderung, und auch das ist normal. Also - alles richtig gemacht!

3. Handlung & Schreibstil
Wie vom Autor gewöhnt, haben wir einen überaus blutigen und vor allem krassen Mord. Ausnahmsweise haben wir eher weniger Verstümmelung und Blut zu tun - sondern das, was einen das Gesicht verziehen lässt, sind die Videos, in denen die Geheimnisse der Opfer enthüllt werden. Trotz völliger Ahnungslosigkeit der Ermittler in über der Hälfte des Buches lässt die Spannung nie nach - und ich hab das Buch an einem Tag verschlungen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.Der Schreibstil ist neutral, würde ich sagen. Er konzentriert sich auf die Geschehnisse. Es gibt Beschreibungen, wo welche nötig sind, um eine Stimmung zu erzeugen, ansonsten finde ich keine extravaganten Merkmale - bis auf das Schreiben im Präsens, was im Deutschen schnell merkwürdig kommen kann. Hier aber nicht der Fall.

4. Fazit
Bombe!

Samstag, 7. März 2015

Atlantia - Ally Condie

Liebste Mit-Asseln, 
ich wünsche euch einen wunderschönen Samstag! Da bin ich mal wieder mit einer Rezension.
Dieses Buch durfte ich im Rahmen einer Lovelybooks-Lesechallenge lesen, dafür noch einmal herzlichen Dank!

Bild: lovelybooks.de
Atlantia ist eine Stadt unter Wasser, erbaut, um die Menschheit vor der so zerstörten und verschmutzten Oberfläche zu schützen. Dort leben Rio und Bay, ein Zwillingspaar, Töchter der kürzlich verstorbenen Hohepriesterin.
Für Rio sehr überraschend entscheidet sich Bay für ein Leben im Oben, um das Überleben von Atlantia zu sichern. Dort kommt die Tat Bays einem Opfer gleich.
Doch Rio weiß, dass etwas nicht stimmt, dass irgendetwas falsch ist: schließlich musste sie Bay erst einen Tag zuvor hoch und heilig versprechen, mit ihr Unten, in Atlantia, zu bleiben.
Und so macht sich Rio auf die Suche: nach Antworten, nach Hintergründen - und nach Bay.

1. Das Cover
Ich finde das Cover zwar schön, aber nicht außergewöhnlich. Die Schriftarten gefallen mir, schmucklos und stilsicher. Der "Von der Autorin..."-Aufdruck nervt mich ziemlich. Wenn es wenigstens ein Sticker wäre, den man abmachen könnte, er stört das Gesamtbild ziemlich.  Die Silhouette im Hintergrund und das Wasser ist zwar nett, ich persönlich wäre aber direkt daran vorbeigegangen. Es ist einfarbig, Hintergrund und Wasserspritzer sind blau, im Hintergrund geschieht nichts mehr, an sich etwas langweilig. Gerade wenn Atlantia so eine lebendige, bunte Stadt ist, wird einem hier ein eher eintöniges Bild impliziert.
Auch Klappen- und Rücktext finde ich nicht sehr überzeugend.


2. Die Idee

Die Idee an sich finde ich ganz gut. Ich habe zwar schon ein paar Sachen gelesen, die in Richtung Atlantis gehen, und wenn man genauer hinschaut, finden sich einige Parallelen zu anderen Dystopien, zum Beispiel den Tributen von Panem. Atlantis selber erinnerte mich weniger an Fantasy und Legende, wie es sonst immer dargestellt wurde, sondern hier eher wie eine dystopische Stadt, die ich mir dank ihrer vielen metallenen Elemente stark Richtung Steampunk vorstelle.
Leider war die Idee meiner Meinung nach noch nicht ausgereift genug, als sie niedergeschrieben wurde.



3. Die Handlung

Die Handlung hat eine sehr merkwürdige Geschwindigkeit. Während in den ersten Kapiteln fast gar nichts passiert, außer, dass Bay nach Oben geht. Natürlich muss man die Protagonisten erst einmal kennenlernen, aber ich für meinen Teil habe mich im ersten Buchteil fast gelangweilt. Dann hält sich die Autorin lange an einem Trainingsszenario auf, das scheinbar eigentlich nur die Funktion der Entwicklung einer Liebesgeschichte hat, die mich ebenfalls nicht ganz überzeugt. Das mag aber vielleicht auch mit der Protagonistin Rio zusammenhängen, die einfach nicht so emotional ist/sein kann.
Dann, im zweiten Teil des Buches, wird alles zack, zack abgehandelt. Auf mich wirkt es so, als hätte Ally Condie auf einmal bemerkt, dass es ziemlich viele Seiten würden, wenn sie alles so ausführlich behandelte, oder aber der Druck der Deadline sie veranlasste, schnelle zu machen.
Eine unausgewogene Erzählung, finde ich.
Zudem werden immer wieder Fragen aufgeworfen, von denen weniger als die Hälfte im Ende auch beantwortet werden. Vieles scheint unlogisch, vieles hätte erklärt werden müssen, vieles wirkt zu konstruiert.
Wenigstens ist das Ende nicht ZU kitschig, wenn es auch fast in die Richtung geht.



4. Die Charaktere

Ich wurde mit fast keinem der Protagonisten warm. Die einzige, die einen wirklich vielfältigen und tiefgründigen Charakter hatte, war Maire. Nevio lernt man zu wenig kennen, um irgendetwas über ihn sagen zu können, außer, dass man ein schlechtes Gefühl bei ihm hat.
True ist ein netter Junge, mehr aber auch nicht. Ohne Ecken und Kanten auf Dauer langweilig.
Bay handelt in meinen Augen im kompletten Buch absolut unlogisch. Heimlichtuerei und Verschwiegenheit, wo eigentlich keine hätte sein müssen. Selbst wenn sie heimlich ihre Abreise nach Oben plant - wieso verschweigt sie ihrer Zwillingsschwester, dass sie sich verliebt hat? Damit hätte ihre Abreise einen trivialeren Grund, und vielleicht wäre Rio enttäuscht gewesen, hätte eventuell aber nicht eine Verschwörung gerochen, was Bays Ziel ja eigentlich gelegener käme.
Rio finde ich merkwürdig. Stolz, stark, mutig, all diese Eigenschaften finde ich gut und will sie ihr auch gar nicht absprechen. Auch eine Intelligenz und eine Sehnsucht nach dem Unbekannten finde ich gut gemacht. Allerdings geht sie manchmal dermaßen stur und naseweis an ihre Pläne heran, dass sie am Ende naiv und unbedacht wirken.



5. Der Schreibstil

Den Schreibstil mag ich sehr. Er ist einfach, unkompliziert, geradlinig, ohne dabei stumpf zu wirken. Ally Condie schafft es, was mir immer sehr wichtig ist, die Fantasie anzuregen, indem sie Atlantia beschreibt, die Beschreibung dabei aber nicht so ausufern zu lassen, dass sie langweilt, und dem Leser genug Spielraum zu geben, sodass er selbst kreativ werden kann.
Denn wenn etwas schön beschrieben wird, aber nicht jedes Detail vorgegeben wird, kann es sich der Leser so ausmalen, wie es ihm persönlich am Schönsten erscheint, und so erschafft man gute Atmosphären.
Lediglich die Personen fand ich nicht genug vertieft, und die Kussszene etwas plump beschrieben.



6. Fazit

Leider, leider nicht überzeugend.Es sind eine Menge guter Ansätze dabei, die einfach nicht konsequent genug verfolgt wurden. Außerdem wirkt es, als hätte sich die Autorin zwischenzeitlich im Schreiben verloren und vergessen, dass wir Leser nicht in ihren Kopf schauen können, und Atlantia alle anders wahrnehmen, weshalb manche Sachen für uns einfach nicht nachvollziehbar sind.