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Samstag, 27. Juni 2015

Zum Androiden geboren - Celeste Ealain

Ich durfte dieses Buch in einer Leserunde auf Lovelybooks lesen. Danke danke danke, Celeste!!

Bild: lovelybooks.de


Wie weit sollten wir gehen? Und wo liegt die Grenze?
"Zum Androiden geboren" hat, wie "Werde sichtbar", auch ein Thema als Hintergrund, das allgegenwärtig thematisiert wird, auf welchem die Handlung aufbaut. In "Zum Androiden geboren" beschäftigt sich die Autorin damit, wie sich der Fortschritt, nach dem wir alle geifern, auswirken könnte. Immer mehr wir entwickelt, sodass wir Menschen uns immer weniger selbst engagieren müssen. Internet, Smartphones, Smartwatches (damit wir uns noch weniger ansehen?), selbst saugende Staubsauger, das alles ist schon Wirklichkeit, und keine Fiktion mehr. Auch in der Herstellung sind Maschinen mittlerweile notwendig.
Also - wie weit entfernt sind wir wirklich vom Androiden? Ich denke, gar nicht mehr so weit. Und daher ist es umso wichtiger, dass wir uns damit auseinandersetzen und entscheiden, wie wir mit diesem Fortschritt umgehen sollen.
Achtung. Eventuell Spoiler Alert!

1. Das Cover
Das Cover ist für mich bei der Kaufentscheidung meistens eher irrelevant, aber weil es dazugehört, sage ich hier kurz etwas dazu.
Bei nicht allen ist das Design gut angekommen, aber ich mag die Mischung der Retro-Schriftart (die meiner Meinung nach nicht altbacken, sondern eben Retro aussieht) und der eher modern inszenierten Frau im Hintergrund. Im Allgemeinen kann man mittlerweile sagen, dass Celeste gern Gesichter im Cover verwendet.
Ich find's okay. Aber wie gesagt, Cover sind für mich selten ein großer Punkt.


2. Inhalt
Die plumpe Inhaltsangabe spare ich mir, die steht ja oben, und die wird jeder gelesen haben, der sich eine Rezi dazu durchliest.
Zunächst zum Thema: Ealain zwingt den Leser erneut dazu, sich mit einem Thema auseinanderzusetzen, welches irgendwie allgegenwärtig und kontrovers ist. Anders als in "Werde sichtbar" ist es diesmal ein wenig offensichtlicher, durch sehr konträr gesetzte Figuren, die das ein oder andere Mal in Grundsatzstreits ausbrechen. So haben wir beispielsweise, böse gesagt, "Moralapostel" Stacy, mit der sich die Leserschaft am ehesten identifizieren soll, und den vollkommen überzeugten Riley, der sich bereits selbst modifiziert hat. Das Thema wird also offensichlicher, dafür viel kontroverser dargestellt. Während sich in "Werde sichtbar" der Lesereher allgemeine Gedanken um das Leben und Fehltritte und Handlungen macht, haben wir hier ein konkretes Problem: Wie nützlich ist Fortschritt, was bringt er uns, was sparen wir an persönlicher Energie und Zeit, aber welche Folgen birgt er, welche Gefahren tauchen auf?
Das hat noch immer viel mit persönlichen Vorlieben zu tun, die man hier allerdings kritisch hinterfragen soll.
Der Handlungsstrang ist, gelinde gesagt, WAHNSINN! Sogar beim Lesen fiel mir auf, wie fein der ausgearbeitet ist und wie, darin wird Frau Ealain Meister ;), immer Stück für Stück kleine Krumen an Informationen gelegt werden, durch die der Leser, wenn er will, die Schlüsse ziehen kann (und in meinemFall dann ungläubig im Bett hin und her rollt), beziehungsweise, wenn er es nicht erkennt, darauf zurückblickt und ihm auffällt, dass es eigentlich vollkommen offensichtlich ist.
(Dazu muss gesagt werde, dass ich hier natürlich andere Maßstäbe ansetze als bei Thrillern und fetten Krimis.)


3. Charaktere
Sie kriegt mich jedes verdammte Mal! :D
Ich finde, in der Charakterausarbeitung und -beschreibung steht Ealain "bekannten" (steht in Anführungszeichen, weil mir ist sie ja bekannt... ihr wisst, was ich meine) in nichts nach. Einige ihrer Figuren entwickeln sich zu meinen permanenten Lieblingen (Kilian!) - auch im Vergleich durch das ganze Bücherregal. Ich denke, Awill wird ebenfalls einer davon.
Nicht nur durch prägnante Äußerlichkeiten sondern auch durch Meinungen, bestimmte Arten, sich zu äußern, ihre Handlungen und ihre Art zu denken - sie machen sie vielfältig. Zu einem wirklichen Charakter, nicht nur einer zweidimensionalen Figur, die halt mal auftritt. Auch handeln die Figuren ihrem Charakter nach, nicht primär für die Handlung. Wie oft liest man ein Buch und fragt sich, ob dieser eine Charakter nun schüchtern ist oder doch vorlaut, weil er/sie einfach so handelt, wie es die Handlung erfordert, nicht weil er/sie so ist. Keine Chance hier.
Mal wieder sind alles außergewöhnlich melodische Namen, vor allem gefallen mir Awill und Lace. Was mir auch auffällt - die Namen kommen aus allen Regionen und Sprachen. (Lace, Olivia, Stacy|Herr Wiener, Saskia, Peters, Martins [auch in Kombination, wie Stacy Martins]) , was aber keine Kritik ist, sondern im Gegenteil - im Zuge unserer Grobalisation ist es sogar realistisch und sehr wahrscheinlich.
Wie gesagt, auch hier: Daumen hoch!


4. Schreibstil
Hier fange ich persönlich an zu TANZEN, mein lieber Scholli! Ich krieg' die Krise! (Eine gute!)
Ich persönlich sehe in den Werken, die ich nun chronologisch, vom Erscheinen her, gelesen habe, einfach einen ziemlichen Fortschritt! Ich finde eseinfach wahnsinnig, wie man merkt, dass die Leserundenbeiträge nicht nur zur Kenntnis genommen, sondern überdacht und teilweise zum Fortschritt gemacht werden! Ich erkenne so viele Dinge, die in Leserunden angesprochen wurden, die konstruktiv kritisiert wurden, und die dann mit jedem Buch besser wurden - als Beispiel die Zeitsprünge (teilweise auch Erinnerungen), Wiedererkennungspunkte oder auch das Timing des "Showdowns"! Mann ey, darüber könnt' ich mir einen Wunderbeutel umhängen! Es zeigt uns Lesern und Teilnehmern der LR so sehr, wie unsere Meinungen tatsächlich gehört und wertgeschätzt werden.
Außerdem: Ich LIEBE die Atmosphären. Mit gezielten bildlichen Eindrücken, Gerüchen oder anderen Dingen wird gezielt eine Atmosphäre geschaffen - ohne sich dabei in Beschreibungen zu verlieren und zu schwafeln.
Besonders gut fand ich die Szene, in der Leyana am Grab sitzt, es so friedlich schneit - bevor das Drama in diese friedvolle Szene platzt.


5. Kritik & Fazit
Zu einer Rezi gehört Kritik, aber verdammt Celeste, du machst es mir schwer, das hier nicht wie pure Schleimerei aussehen zu lassen. Die Dinge, die ich hier anführe, sind natürlich ernst gemeint, und verbesserungswürdig - aber im Vergleich einfach Krumen. Aber, here it comes:
Die Kapiteltitel fand ich zwischendurch ein wenig zu lang, ein bisschen too much, manchmal ein wnig zu kitschig.
Aber das ist Geschmackssache, und ich habe sie meistens sowieso überlesen.
Zweitens: Der Prolog. Er war als EInstieg, als Spannungsauslöser gut, keine Frage - aber im Nachhinein wird er vollkommen vergessen. Erst jetzt, drei Tage nach Beenden des Buches, ist mir aufgefallen, dass ich die erste Hälfte noch immer nicht ganz verstehe, und der Groschen des zwiten Teils ist auch erst gerade eben gefallen. (Mit einer Schnappatmung.)
Drittens: Manchmal waren mir die wörtlichen Reden doch ein bisschen arg romantisch, zu Kitsch übergehen, und einige Sätze in Stacys Monologe doch ein wenig sehr moralkeulenlastig. Aber das... gehört auch irgendwie dazu.... ich weiß auch nicht mal, ob ich das jetzt wirklich als Kritikpunkt sehe, aber eh' ich das entschieden hab, ist es Dezember, also steht es jetzt hier.

Daher das Fazit:
Okay. Ich weiß, ich freue mich hier über jeden einzelnen Punkt. Und ich habe wenig Kritikpunkte. Und trotzdem sind es oben nur vier Sterne. Eigentlich mag ich dir aber so gern 4,5 Sterne geben. Den halben Punkt Abzug gibt es für die Sache mit dem Prolog - und weil ich glaube, dass da noch so viel Platz nach oben ist! Ich traue Celeste einfach zu, dass die Entwicklung noch nicht durch ist, und dass Thema und Schreibstil noch feinfühliger werden(, dass ich irgendwann umfallen werde.).
Ich muss mir ja außerdem für meine Bewertungen noch was freihalten - denn LB hat eben nur 5 Sterne. Und in Anbetracht der kommenden Bücher sind's eben nur viereinhalb.
Also: Klare Leseempfehlung!!!!

Dienstag, 21. April 2015

Wie im Rausch.... eine Zusammenfassung

Hey ihr Lieben!
Ich bin kein Fan von Monats- oder Wochenzusammenfassungen, weil ich für meinen Teil zu spontan bin, um Pläne, die ich mir stelle, auch wirklich durchzuführen. 
In letzter Zeit war ich ein bisschen unterwegs, und habe ein paar Menge Bücher gelesen!
Daher hier eine Kurzzusammenfassung von einigen Büchern, die dabei waren:


1. Karen Rose
Ja, manchmal habe ich eine Art Rausch, in der ich alles von einem bestimmten Autor verschlinge, in diesem Fall von Karen Rose. Ich habe alles Geld, das ich nicht hatte, bei amazon investiert, um mir gebraucht die folgenden Schätze zu bestellen:


Todesbräute
Bild: Droemer-Knaur Verlag
Todeskleid
Bild: Droemer-Knaur Verlag
Todeskind
Bild: Droemer-Knaur Verlag
Todesschuss
Bild: Droemer-Knaur Verlag

Todesspiele
Bild: Droemer-Knaur
















Ja, jetzt bin ich auch pleite, gebe ich ja zu. 
Aber ich mag die Bücher von ihr so gern, weil man nicht nur einen ziemlich ausgeklügelten Kriminalfall hat, den ich für meinen Teil nie wirklich durchsichtig finde. Ich bin meistens auch auf Seite 600 ratlos, und ich habe schon eine ganze Menge Krimis & Thriller gelesen. Natürlich sind die manchmal ein bisschen überkonstruiert - aber heutzutage will ja aber auch jeder einen sonstwie komplexen Fall mit immer mehr Toten und viel spektakulärem "Bumm". Und dann gibt es solche Bücher, und es gibt immer jemandem, dem das zu viel ist. Und genauso gibt es eben Leute, die sich mit einer Sherlock Holmes-Geschichte nicht mehr zufriedengeben: manchmal eine Leiche, manchmal nicht einmal das, und ein älterer Mann, der einfach nur scharfsinnig denkt. Ich mag beides, je nach Laune, und in der letzten Zeit hatte ich Laune auf "Bumm".
Auch gefällt mir ganz gut, dass ich mit den Büchern gleich meinen Bedarf nach Schnulzen abdecke, denn in jedem Buch gibt es immer zwei Personen, die am Ende zusammen sind. Zumindest in der Hinsicht ist das vorhersehbar, aber das ist bei Schnulzen doch immer so, nicht?
Meistens hat man bei solchen "Kombi-Genres" oft das Problem, dass eine Seite vernachlässigt wird: Gefühle oder Fall. Karen Rose macht das ganz gut, wie ich finde, und schafft auch meistens zumindest bei den Frauen immer wieder neue Charaktere, die nicht platt und flach sind. Zugegeben, die Männer ähneln sich oft ein wenig. 
Das einzige, was mich wirklich stört, sind die kurzen Zeitspannen. Innerhalb eines Tages finden sie sieben Leichen und kriegen vierzehn Laborergebnisse und werden zweimal angeschossen - doch ein bisserl arg schnell. Hier geht die Realität ein klein wenig abhanden, aber die Zeitangaben, so gebe ich zu, überlese ich sowieso recht oft. 

2. Janet Evanovich/ Dorien Kelly: Love in a nutshell

Bild: evanovich.com

Jawoll, ein englisches Buch, das noch bei mir rumlag. Leider nicht ganz so pralle, das kann Janet Evanovich eigentlich um Längen besser, wie man bei den Stephanie-Plum-Romanen sehen kann. Der Fall ist irgendwie undurchsichtig, es passiert ein Ding nach dem nächsten, und ganz auf einmal hat die Protagonistin die Antwort auf alles, und ich persönlich bin nicht ganz überzeugt davon, dass Täter und Motiv überzeugend sind. 
Auch die Liebesbeziehung geht mir teilweise echt ein bisschen schnell. Es wird unter anderem angedeutet, dass der Protagonist die Protagonistin aus Kindertagen kennt, groß darauf eingegangen wird nicht. Irgendwie finden sie sich doch scharf, aber wirklich Gefühle kommen da nicht wirklich durch. Ob in bisschen mehr Zeit geholfen hätte?

So, so weit von mir!
Ich wünsch euch eine ertragbare Woche, 
Grüße!

Ein bisschen Unterstützung, bitte!

Heyho, ihr Lieben Mit-Asseln!

Wie ihr eventuell meinen bisherigen Posts entnehmen konntet, bin ich ein großer Fan von Celeste Ealain. Wer sie nicht kennt (hat was verpasst!) - sie schreibt eine Mischung aus Fantasy, Science Fiction, manchmal mit einer Prise Dystopie.
Ich finde vor allem sehr spannend an ihr, dass sie es nicht nur schafft, großartige Belletristik zu schreiben, sondern in manchen Büchern vielschichtige und tiefsinnige Gedanken zu verpacken, ohne, dass man sich direkt erschlagen fühlt.

Es geht um folgendes:
Blogg dein Buch hat eine Aktion gestartet - für Self Publisher, zu denen Celeste zählt. Wer den Wettbewerb gewinnt und "Selfie 2015" wird, bekommt eine Gratis-Promotion von Blogg dein Buch geschenkt!
Im Rennen:
Celestes "Die verschollene Rasse Mensch"!
Bild: Blogg dein Buch

Ich hatte die Ehre, bereits einmal hineinschauen zu dürfen und die ersten Paar Kapitel lesen zu dürfen. Es wird wieder spannend, ein bisschen verwirrend, aber mit viel Tiefe - in mehr als einem Sinne...

Alles klar! Auf die Plätze, fertig, los!
Hier klicken: BdB: Selfie 2015!

Montag, 16. März 2015

Leipziger Buchmesse 2015

Ja, ihr lieben Mit-Asseln, 
ich war da. Zwar nur am Samstag, den 14. März, aber ich war anwesend! Und ich muss sagen, es war, wie immer, ziemlich anstrengend... aber damit hatte ich gerechnet. 
Es war wahnsinnig voll, sodass ich mit dem Besuch ein wenig unzufrieden bin - in die Lesungen kam ich nicht, weil es zu voll war, allerdings war Stöbern auch nicht wirklich möglich, weil man von der Masse einfach mitgeschoben wurde. (Noch schlimmer wurde es in der S-Bahn von Leipzig nach Halle - da musste man echt Angst um sein Leben haben.)

Was habe ich so alles gemacht?
Zunächst war ich bei einem Vortrag, der als "Grundlagen für Selbstpublisher" betitelt worden ist. Nicht, dass ich im Moment ein Buch verlegen will, aber das steht auf meiner Lebens-To-Do-Liste, und ich dachte, ich könnte mich ja einfach mal informieren. 
Tatsächlich war es allerdings einfach nur eine Werbeveranstaltung, in welchen Magazinen und Katalogen man am besten hunderte von Euros lassen sollte, damit die Leute das fertige Buch kaufen, es ging nicht um das Verlegen an sich. Schade.
Dann wollte ich ursprünglich zur Lesung von Sebastian Fitzek zu "Passagier 23" in der LVZ Autorenarena. Da die Arena für eine solch begehrte Veranstaltung natürlich viel zu klein war, stand ich lediglich davor und bin ein paar mal gehüpft, um den Guten wenigstens mal live zu sehen (ich mag seine Bücher sehr gern). Er war tatsächlich viel witziger und weniger abgehoben, als ich ihn mir vorgestellt habe. Auf dem Bild in seinen Büchern guckt er immer so böse, und ich habe mir automatisch seine Stimme etwas ... tut mir Leid, schleimig vorgestellt. Auch ist er überhaupt nicht abgehoben, was ich bei seinem Erfolg sehr sympathisch finde. Nächster Nachteil der Arena: sie ist an allen vier Seiten durch Wände abgetrennt, was nicht nur eine räumliche Begrenzung ist, sondern auch blöd für all jene ist, die sich an den Eingang drängen, weil sie nicht mehr hereinkamen - man hört nichts. Ich saß dann also an einer Wand und versuchte mich zu konzentrieren, aber es wurde geschwatzt, Leute liefen vorbei, und somit war das unmöglich. Nicht, dass ich etwas verpasst hätte - die Moderatorin hat ihn sinnloserweise eine Viertelstunde über Kreuzfahrten ausgefragt, mit Lesen war da nicht viel. Schade - Gespräche hatte Herr Fitzek dann noch genug.
Außerdem war ich bei einem Schreibkurs bei Martina Rellin. Das war ganz witzig,die Frau war recht sympathisch, allerdings hätte ich bei der bombastischen Ankündigung (O-Ton: "Sie werden staunen, was Sie inmitten des Messetrubels alles zustande bringen werden") ein bisschen mehr erwartet als "Der Satz beginnt mit "Sie war" - wer hat einen Vorschlag für einen ersten Satz einer Geschichte? Ja, "Sie war das erste Mal in dieser Stadt" klint doch gut! So, und nun haben Sie fünf Minuten Zeit, schreiben Sie mal!". Denn mehr war es nicht.
Mehr Probleme hatte ich allerdings mit manchen Teilnehmern. In solchen Kursen hat man immer einen prozentualen Teil von Möchtegern-Kafkas. Naja. Am Ende jedoch gab es eine schöne, kleine und sogar abgeschlossene Geschichte über Ameisen, das war ein gelungener Abschluss. Schlussendlich gab es noch eine Gedichtlesung, die ich persönlich schade fand. Ich hätte mir lieber noch ein paar Tipps angehört, denn man lernt ja nie aus, anstatt Lyrik zu lauschen. Ich hab's eben nicht so mit Gedichten. 

Dann habe ich mich eine Runde lang durch Halle 1, die Manga- und Comic-Convention,schieben lassen. Viel zu viele Menschen, etwas gesehen habe ich nicht. Bis auf sehr interessant verkleidete Menschen. Auch wenn ich wenig in Büchern stöbern konnte, gab es wenigstens verkleidete Menschen zu sehen, und etwas zu bewundern (einen ganzen Messe-Tag mit 12 cm Absätzen zu überstehen, das kann man schon mal bewundern.)
Schließlich ging's zum Lovelybooks Leser- und Bloggertreffen! Überraschung, fast alle gehören mittlerweile zum Bloggermilieu - das ist bei manchen Lovelybook-Challenges halt von Vorteil. ;) Es gab sehr interessante Gäste, auch extra aus London eingeflogen, allerdings fühlte ich mich bei der Fragerunde dann ein wenig überrumpelt. Ich hatte kein Programm gesehen, in dem uns mitgeteilt wurde, wer kommt, und im Nachhinein, im Zug nach Hause, fielen mir etliche Fragen ein, die ich gern gestellt hätte. Vielleicht könnte das das nächste Mal ein bisschen früher bekannt gegeben werden, damit man sich das schon einmal überlegen kann?
Bettina Belitz war wirklich sehr sympathisch! Ihr Buch "Mit uns der Wind" ist jetzt eigentlich nicht so mein Genre, allerdings scheint es ganz unterhaltsam, ich bin unsicher,ob ich's mir gönnen werde. Melanie Raabe war ebenfalls sehr sympathisch, und ich hoffe, dass ich bei der Leserunde zu ihrem Buch "Die Falle" ein Exemplar gewinne!

Die Goodie-Bag... liebes LB-Team: Geht's euch noch gut? Wie könnt ihr uns denn bitte so viele Bücher schenken? Das war keine Goodie-Bag, sondern eine ausgereifte Büchertasche! Oh mein Gott, ich hatte mit ein paar Lesezeichen und Flyern und sowas gerechnet, aber doch nicht mit einem tollen Jutebeutel und acht (!!!) Büchern! UND einem tollen Quietsche-Wal. :D Danke!
Ich weiß natürlich nicht, ob die Gästen noch andere Termine auf dem Plan hatten, ich persönlich hätte mich über eine längere Fragerunde gefreut. 
Ich habe außerdem von den Bloggern der Runde erfahren, dass sie meistens mehrere Tage lang an einem Post sitzen, und fühle mich fast schuldig. Ich blabbere meistens einfach nur vor mich hin, und gut ist. Ihr hört also alle ungefilterte Gedanken. ;D
Dann sah ich Jussi Adler-Olsen auf dem Blauen Sofa und war erstaunt, wie witzig er eigentlich ist. Irgendwie verbinde ich Autoren immer mit den Werken, die sie schreiben, und gehe bei Krimi- und Thrillerautoren meistens davon aus, dass sie sehr ernst und vielleicht auch ein bisschen merkwürdig sind. Das ist bei Fitzek und Adler-Olsen gar nicht der Fall. Ich sollte meine Vorurteile mal ein bisschen herunterschrauben. 

Ich habe außerdem (natürlich) ein paar Leseproben mitgenommen:
Die eine ist "Die Bienen" von Laline Paull - und das klingt echt ganz spannend. Ziemlich außergewöhnlich, und auch sehr gut geschrieben, allerdings weiß ich noch nicht, ob ich es mir bestellen werde - ich fahre gegen Ende des Monats noch nach Wien, und das belastet mein studentisches Portemonnaie schon sehr. 
"After passion" von Anna Todd ist für mich eher ein Reinfall, das wird's auf keinen Fall. Die Leseprobe klingt nach nichts Neuem, einfach nur nach einer Schnulze, noch dazu nur mittelmäßig gut geschrieben, mit einem "Erotik"-Einschwung Richtung 50 Shades of Grey ("Ich schlafe mit niemandem. Ich ficke.") - also einfach nur plumper, vulgärer Sprache. Ich betone immer wieder gern - ich habe absolut nichts gegen erotische Literatur. Sie wirkt nur unheimlich schnell plump. Alles ist geil, alles macht jeden geil, jeder fickt... da habe ich weniger als ein Seufzen für übrig. Die ebenfalls plumpen und nicht sonderlich guten Steckbriefe am Ende der Probe machen das Ganze nicht besser. Pluspunkt: Die Leseprobe sind nicht die ersten paar Kapitel, sondern eine ausgewählte Stelle! Sehr gut, danke!
Trotzdem - Leseprobe wandert in den Müll, und zack, ist das Buch vergessen. 

Im Übrigen: wieso ist es immer eine total verschüchterte graue Maus, die auf den Über-Bad-Boy trifft und ihn für immer ändert? Langsam, finde ich, ist das ausgelutscht.Schlagt doch mal in eine andere Kerbe,bitte...
Außerdem mitgegriffen: Katrin Tempels "Mandeljahre". Es gefällt mir schon mal, dass es zwei verschiedene Zeitstränge gibt, die irgendwo, und sei es nur durch ein Haus, verbunden sind. Es wird in der Leseprobe schnell deutlich, dass es eine Frau geht, die ihrer Familie wegen eine Ehe eingeht, um diese vor dem finanziellen Ruin zu bewahren. Allerdings trifft sie dann auf jemanden, der ihr zum ersten Mal Mandeln zeigt, und dieser Jemand ist dann wohl der Mann, den sie lieben wird. Liebe oder Wohlstand? Auch wenn ich die Zeitstränge sehr mag, bin ich jetzt nicht unbedingt Fan von solch historischen Büchern, und so wird das Buch wohl eher ans Ende meiner Wunschliste rücken. 

So. So weit von mir. Sooo viel Text... und gar kein Bildchen! ;) 
Liebste Grüße, 
Vitani

Mittwoch, 11. März 2015

Später Frost - Voosen&Danielsson

Auch im Rahmen meines SUB-Abbaus. 
Hier meine Bewertung:

Bild: lovelybooks.de
Ingrid Nyström wird überraschend befördert, Stina Forss kommt aus der Großstadt Berlin in die ruhige Gegend Växjö - und wird wie ein Anfänger, der sie keinesfalls ist, noch zur Polizeischule geschickt, und eine Dienstwaffe kriegt sie auch nicht.
Ein Schmetterlingsforscher wird tot in seinem Gewächshaus aufgefunden, Beamte patzen, alle haben ihre persönlichen Probleme an denen sie knabbern - was für ein Chaos! Überall Baustellen, doch die größte ist: Wer ist der Schmetterlingsforscher überhaupt? Und wer hätte einen alten, friedfertigen Mann auf solch barbarische Art und Weise töten sollen?


Ich denke: Der Fall ist gut - der Rest eher nicht so. Ich habe eine ganze Weile am Buch geknabbert, denn wirklich spannend wird es erst im letzten Drittel. Bis dahin plätschert die Geschichte so vor sich hin.Die Protagonisten finde ich alle unsympathisch, von der rechts anghauchten Anette über den ruhmgeilen Knutsson, der nichtssagenden Nyström und Stina Forss, die meiner Meinung absolut nicht in diesen Job gehört. In dem Buch geht es um eher altmodische Polizeiarbeit, und auf einmal kommt eine Berlinerin mit einer illegal besorgen Waffe daher, die zudem ständig Alkohol trinkt und noch dazu Verdächtige verprügelt und sich einen spontanen Flug nach Israel leisten kann?
Mal abgesehen davon, dass das Geständnis absolut nichtig ist, da sie den Verdächtigen mit Gewalt dazu gezwungen hat, würde es wirklich jedem Polizisten auffallen, wenn sie ein Alkoholproblem hat. Und so jemand wäre nicht im aktiven Dienst, zumindest nicht in Deutschland.Stina ist meiner Meinung nach das absolute Tief des Buches, da sie der einzig unrealistische Punkt ist.Das finde ich alles ziemlich schade, denn der Fall an sich ist ja nun verdammt gut erdacht und gut verworren und wird ja auch Stück für Stück gelöst, wenn auch der wichtigste Punkt eher durch Zufall gefunden wird.

Leider nicht so bombe, ich hoffe, die folgenden Bände werden besser.

Das Böse in uns - Cody McFadyen

Ich baue gerade meinen SUB ab, da war das hier unter anderem dabei. 
Los geht's! :)

Bild: lovelybooks.de
Ein neuer Fall für Smoky Barett: Lisa Reid, ein Transgender, wird tot aufgefunden. In ihrem Körper findet sich ein silbernes Kreuz, dort eingraviert ist die Zahl 143. Schon bald finden sich weitere Leichen mit nummerierten Kreuzen. Steht die Zahl für die Opfer des "Predigers", wie er sich selbst nennt? Was sammelt er? Und was hat die katholische Kirche damit zu tun?

1. Cover
Ja, das Cover ist ganz nett. Aber ich glaube, für Cody McFadyen braucht es für die Aufmerksamkeit kein Bomben-Cover, sondern nur die Ankündigung, dass es ein neues Buch gibt, und die Verkaufszahlen sind gesichert. Solang das Cover nicht der totale Bullshit ist, ist es mir meistens auch egal.
Hier also eine nette Schrift und eine spooky Silhouette, aber jetzt nichts mega Gutes.

2. Charaktere
Diesen Punkt finde ich fast den gelungendsten bei McFadyen. Alle Protagonisten sind so unterschiedlich, und dennoch nur stückweise klischeehaft! Ma hat den warmen, lieben Riesen Allan, den grumpy James, die starke Smoky, die witzige Callie. Und alle haben Tiefe, alle sind sehr gut ausgearbeitet, und jede Handlung passt zu ihrem Charakter, niemand verhält sich anders. Gut, er hat in einer Reihe mehr Bücher "Zeit", um sie vorzustellen, aber in einer Reihe hat er auch mehr Risiken, sie patzen zu lassen. Außerdem gibt es in diesem Buch Veränderungen. Und es ist das einzige Buch, in dem ich sage: Jawoll, das ist glaubhaft dargestellt! Meistens hat man in einem Buch drei Schritte: Unwohlsein mit seiner Einstellung, darüber nachdenken, zu dem Entschluss kommen, sich zu ändern, und zack, das Resultat. Hier ist das anders. Manche Veränderungen kommen schleichend, und sind bis zum Ende des Buches noch nicht abgeschlossen. Und das macht es so realistisch - weil Veränderungen Zeit brauchen. Und manchmal zweifeln die Figuren an ihrer Veränderung, und auch das ist normal. Also - alles richtig gemacht!

3. Handlung & Schreibstil
Wie vom Autor gewöhnt, haben wir einen überaus blutigen und vor allem krassen Mord. Ausnahmsweise haben wir eher weniger Verstümmelung und Blut zu tun - sondern das, was einen das Gesicht verziehen lässt, sind die Videos, in denen die Geheimnisse der Opfer enthüllt werden. Trotz völliger Ahnungslosigkeit der Ermittler in über der Hälfte des Buches lässt die Spannung nie nach - und ich hab das Buch an einem Tag verschlungen, weil ich es einfach nicht aus der Hand legen konnte.Der Schreibstil ist neutral, würde ich sagen. Er konzentriert sich auf die Geschehnisse. Es gibt Beschreibungen, wo welche nötig sind, um eine Stimmung zu erzeugen, ansonsten finde ich keine extravaganten Merkmale - bis auf das Schreiben im Präsens, was im Deutschen schnell merkwürdig kommen kann. Hier aber nicht der Fall.

4. Fazit
Bombe!

Samstag, 7. März 2015

Atlantia - Ally Condie

Liebste Mit-Asseln, 
ich wünsche euch einen wunderschönen Samstag! Da bin ich mal wieder mit einer Rezension.
Dieses Buch durfte ich im Rahmen einer Lovelybooks-Lesechallenge lesen, dafür noch einmal herzlichen Dank!

Bild: lovelybooks.de
Atlantia ist eine Stadt unter Wasser, erbaut, um die Menschheit vor der so zerstörten und verschmutzten Oberfläche zu schützen. Dort leben Rio und Bay, ein Zwillingspaar, Töchter der kürzlich verstorbenen Hohepriesterin.
Für Rio sehr überraschend entscheidet sich Bay für ein Leben im Oben, um das Überleben von Atlantia zu sichern. Dort kommt die Tat Bays einem Opfer gleich.
Doch Rio weiß, dass etwas nicht stimmt, dass irgendetwas falsch ist: schließlich musste sie Bay erst einen Tag zuvor hoch und heilig versprechen, mit ihr Unten, in Atlantia, zu bleiben.
Und so macht sich Rio auf die Suche: nach Antworten, nach Hintergründen - und nach Bay.

1. Das Cover
Ich finde das Cover zwar schön, aber nicht außergewöhnlich. Die Schriftarten gefallen mir, schmucklos und stilsicher. Der "Von der Autorin..."-Aufdruck nervt mich ziemlich. Wenn es wenigstens ein Sticker wäre, den man abmachen könnte, er stört das Gesamtbild ziemlich.  Die Silhouette im Hintergrund und das Wasser ist zwar nett, ich persönlich wäre aber direkt daran vorbeigegangen. Es ist einfarbig, Hintergrund und Wasserspritzer sind blau, im Hintergrund geschieht nichts mehr, an sich etwas langweilig. Gerade wenn Atlantia so eine lebendige, bunte Stadt ist, wird einem hier ein eher eintöniges Bild impliziert.
Auch Klappen- und Rücktext finde ich nicht sehr überzeugend.


2. Die Idee

Die Idee an sich finde ich ganz gut. Ich habe zwar schon ein paar Sachen gelesen, die in Richtung Atlantis gehen, und wenn man genauer hinschaut, finden sich einige Parallelen zu anderen Dystopien, zum Beispiel den Tributen von Panem. Atlantis selber erinnerte mich weniger an Fantasy und Legende, wie es sonst immer dargestellt wurde, sondern hier eher wie eine dystopische Stadt, die ich mir dank ihrer vielen metallenen Elemente stark Richtung Steampunk vorstelle.
Leider war die Idee meiner Meinung nach noch nicht ausgereift genug, als sie niedergeschrieben wurde.



3. Die Handlung

Die Handlung hat eine sehr merkwürdige Geschwindigkeit. Während in den ersten Kapiteln fast gar nichts passiert, außer, dass Bay nach Oben geht. Natürlich muss man die Protagonisten erst einmal kennenlernen, aber ich für meinen Teil habe mich im ersten Buchteil fast gelangweilt. Dann hält sich die Autorin lange an einem Trainingsszenario auf, das scheinbar eigentlich nur die Funktion der Entwicklung einer Liebesgeschichte hat, die mich ebenfalls nicht ganz überzeugt. Das mag aber vielleicht auch mit der Protagonistin Rio zusammenhängen, die einfach nicht so emotional ist/sein kann.
Dann, im zweiten Teil des Buches, wird alles zack, zack abgehandelt. Auf mich wirkt es so, als hätte Ally Condie auf einmal bemerkt, dass es ziemlich viele Seiten würden, wenn sie alles so ausführlich behandelte, oder aber der Druck der Deadline sie veranlasste, schnelle zu machen.
Eine unausgewogene Erzählung, finde ich.
Zudem werden immer wieder Fragen aufgeworfen, von denen weniger als die Hälfte im Ende auch beantwortet werden. Vieles scheint unlogisch, vieles hätte erklärt werden müssen, vieles wirkt zu konstruiert.
Wenigstens ist das Ende nicht ZU kitschig, wenn es auch fast in die Richtung geht.



4. Die Charaktere

Ich wurde mit fast keinem der Protagonisten warm. Die einzige, die einen wirklich vielfältigen und tiefgründigen Charakter hatte, war Maire. Nevio lernt man zu wenig kennen, um irgendetwas über ihn sagen zu können, außer, dass man ein schlechtes Gefühl bei ihm hat.
True ist ein netter Junge, mehr aber auch nicht. Ohne Ecken und Kanten auf Dauer langweilig.
Bay handelt in meinen Augen im kompletten Buch absolut unlogisch. Heimlichtuerei und Verschwiegenheit, wo eigentlich keine hätte sein müssen. Selbst wenn sie heimlich ihre Abreise nach Oben plant - wieso verschweigt sie ihrer Zwillingsschwester, dass sie sich verliebt hat? Damit hätte ihre Abreise einen trivialeren Grund, und vielleicht wäre Rio enttäuscht gewesen, hätte eventuell aber nicht eine Verschwörung gerochen, was Bays Ziel ja eigentlich gelegener käme.
Rio finde ich merkwürdig. Stolz, stark, mutig, all diese Eigenschaften finde ich gut und will sie ihr auch gar nicht absprechen. Auch eine Intelligenz und eine Sehnsucht nach dem Unbekannten finde ich gut gemacht. Allerdings geht sie manchmal dermaßen stur und naseweis an ihre Pläne heran, dass sie am Ende naiv und unbedacht wirken.



5. Der Schreibstil

Den Schreibstil mag ich sehr. Er ist einfach, unkompliziert, geradlinig, ohne dabei stumpf zu wirken. Ally Condie schafft es, was mir immer sehr wichtig ist, die Fantasie anzuregen, indem sie Atlantia beschreibt, die Beschreibung dabei aber nicht so ausufern zu lassen, dass sie langweilt, und dem Leser genug Spielraum zu geben, sodass er selbst kreativ werden kann.
Denn wenn etwas schön beschrieben wird, aber nicht jedes Detail vorgegeben wird, kann es sich der Leser so ausmalen, wie es ihm persönlich am Schönsten erscheint, und so erschafft man gute Atmosphären.
Lediglich die Personen fand ich nicht genug vertieft, und die Kussszene etwas plump beschrieben.



6. Fazit

Leider, leider nicht überzeugend.Es sind eine Menge guter Ansätze dabei, die einfach nicht konsequent genug verfolgt wurden. Außerdem wirkt es, als hätte sich die Autorin zwischenzeitlich im Schreiben verloren und vergessen, dass wir Leser nicht in ihren Kopf schauen können, und Atlantia alle anders wahrnehmen, weshalb manche Sachen für uns einfach nicht nachvollziehbar sind.

Mittwoch, 25. Februar 2015

Werde sichtbar - Celeste Ealain

Ich möchte euch lieben Mit-Asseln heute ein wunderbares Buch vorstellen: Werde sichtbar von der geschätzten Celeste Ealain. Ein Buch, das ich so ganz anders finde, als die anderen, die ich bisher von ihr lesen durfte. 

Bild: lovelybooks.de


1. Cover
Das Cover muss ich zur Bewertung in zwei Hälften teilen. Die untere Hälfte finde ich schön gestaltet, die hellen Wirbel sehen mystisch und irgendwie energiegeladen aus, die Pokerchips suggerieren die Abwägung zwischen Gewinn und Risiko, unterschwellig wird also die Gefahr des Verlustes suggeriert. Die Schrift geht praktisch in diesen "Energiewirbel" über, was der Lesbarkeit allerdings keinen Abbruch tut.
Die obere Hälfte erschließt sich einem erst, wenn man in das Buch hineingelesen hat - den sie zeigt den Hauptprotagonisten Kilian, mit seinen zwei verschiedenfarbigen Augen. Weil das Blau allerdings nicht so stechend ist wie das Grün und die Farbe Blau im Hintergrund auch wieder aufgenommen wurde, "kippt" das Bild, das heißt, dass ein Auge viel stechender wahrgenommen wird.

2. Inhalt
Ich möchte mir hier eine plumpe Inhaltsanalyse sparen, sondern etwas tiefer gehen.Im Gegensatz zu den anderen Büchern, die wir von der Autorin kennen, ist dieses irgendwie sensibler. Das Thema ist gut gewählt, übertragen geht es um die Rücksichtslosigkeit, die man manchmal an den Tag legt, um seine Ziele zu erreichen - und wen man damit vielleicht sekundär beeinflusst, verletzt. Jeder Leser kann manche Dinge auf sich selber beziehen, jeder Protagonist hat an anderer Stelle zu knabbern, und es findet sich sicher fast jeder irgendwo wieder. Es bringt einen zum Nachdenken, und man kann die Gabe des Hauptprotagonisten Kilian fast als eine Metapher nehmen, für das, was wir anderen Menschen vorspielen, ohne es zu sein oder zu meinen. Es zeigt auf, wie verflochten Schicksale miteinander sind - auch ohne, dass es auf den ersten Blick ersichtlich ist.

3. Protagonisten
Meiner Meinung nach gelingt es die Autorin in bisher all ihren Werken, die ich gelesen habe, die Figuren plastisch wirken zu lassen. Sie sind nicht farblos, keine kompletten Klischeesammlungen (manchmal gibt es vereinzelt welche, aber man zeige mir bitte einen einzigen Charakter, der nicht irgendwo ein Klischee in sich trägt. Und sei es nun ein fiktiver oder ein realer.). Sie alle haben Macken (sich ans rechte Ohr zu fassen beispielsweise) und Eigenschaften, die ihren Charakter menschlich wirken lassen. Sie haben Stärken und Schwächen - und handeln nach beidem.Allein die Namen kriegen bei mir hier die volle Punktzahl. Sie sind alle außergewöhnlich melodisch und die meisten von ihnen durch weiche Konsonanten unheimlich weich, da nehme man als Beispiel Liam, oder auch Kilian, der zum Ende sehr weich ausläuft. Natürlich werden die Nebencharaktere nicht ganz so stark ausgeführt, aber dann hätte das Buch wahrscheinlich kein Ende, und deshalb sind sie ja auch nur die Nebencharaktere. Also kein Kritikpunkt, vor allem weil man hier trotzdem relativ schnell begreift, wie sie gestrickt sind.

4. Ausdruck & Schreibweise
Ich freue mich immer wieder, wenn ich ein Buch lese, was Stimmungen erzeugen kann und mich mitreißt. Wenn ein Autor es schafft, mich mitfühlen zu lassen. Die Beschreibungen sind für meine Bedürfnisse genau richtig - der Ausdruck nicht zu schwulstig, nicht zu übertrieben, die Länge genau so, dass der Leser ein Bild im Kopf hat (nicht ohne Raum für die persönliche Vorstellungskraft zu geben), aber nicht so lang, dass der Leser geneigt ist, sie zu überspringen. Durch diese Länge kann auch die Stimmung vom Leser übernommen werden, denn die wird ja durch Beschreibungen ausgelöst. Zudem birgt jeder Wechsel der Sichtweise von den Protagonisten auch einen Wechsel der Stimmung. Bei Alessia dringt die fast erzwungene Fröhlichkeit durch, hinter der sich tiefe Trauer versteckt, Kilian ist dem Leser immer irgendwie suspekt, weil man nie genau weiß, ob einem der arrogante Bolzen, der vom Leben gestraft wurde und sich daraufhin in die Schatten zurückzog, nun sympathisch sein soll oder nicht, und bei Liam herrscht Geradlinigkeit und ab und zu ein vulgärer bzw. obszöner Ton, wenn er in Bedrängnis gerät, ob nun privat oder beruflich.
Aber natürlich, wie immer, gibt es einige kleine Kritikpunkte, aber das seid ihr ja alle von mir gewohnt: Ab und zu gibt es einige Wörter, die vollkommen aus der restlichen Ausdrucksweise herausfallen, und über die man als Leser stolpert. Dafür gibt es aber auch absolute Ausdrucksspitzen, und Sätze, über die man stolpert weil sie so genial sind. Mein absoluter Favorit war hier: "Kilian spazierte die Perry Street entlang und erfreute sich an den Auren der Menschen um sich, berührte und inhalierte sie. [...] Unbekannte Gesichter, alle mit ihren ganz persönlichen Träumen und Ängsten, einzigartigen Geschichten und Schicksalen, die sie geprägt hatten." (Kap. 1)Ich muss zugeben, ich kann nicht mal sagen, weshalb ich die Stelle so gut finde, aber es ist halt so. Es ist einfach schön geschrieben.Andererseits gibt es manchmal Punkte, an denen der Leser nicht genau weiß, was gemeint ist. Siek mag vielleicht schlau sein und einen Plan ausgeklügelt haben, allerdings muss der Leser die Stelle einige Male lesen, um ebenfalls hinter das Prinzip zu steigen. Auch am Ende, nachdem aufgelöst wird, was nun mit Kilian passiert, gibt es kleine Verwirrungen bezüglich der Frage Was ist geschehen und was nicht?Was mir ebenfalls ein bisschen zu wenig war, waren irgendwelche Merkmale der Orte, an denen sie sich befanden. Also ein Punkt, den der Leser praktisch schnell mit dem Ort verbinden kann, wo sich die Figur befindet. In größeren Städten können das vielleicht Wahrzeichen oder Sehenswürdigkeiten sein, in kleineren Gegenden vielleicht die Umgebung (brachliegende Felder, Weidewiesen, der Dorfkiosk, der am Anfang mal erwähnt wird), damit die Ortswechsel als solche auch wirklich wahrgenommen werden. Vom Kaff in die Großstadt, sozusagen nicht nur durch eben diese Wörtlichkeit verdeutlicht, sondern auch die Umgebung - von Scheunen zu Wolkenkratzern.Die verflochtene Handlung ist hingegen gut gelungen. Die Rückblenden wurden sehr gut eingesetzt, genau wie der Wechsel der Sichtweisen in eben diesen. Es wird in den Geschichten der Figuren herumgesprungen, der Leser wird gefordert, nicht gelangweilt, der Verwirrtheitszustand, bei wem man sich wo und wann befindet hält allerdings nie lang genug an, um es als negativ zu bewerten, daher ist es ein großer Pluspunkt.

5. Fazit
Krasses Ding. Ich muss zugeben, es hat mich ein bisschen geflasht, und ich sitze mittlerweile seit über einer Stunde an der Rezension, weil meine Gedanken immer wieder abschweifen zu dem, was das Buch mir vielleicht sagen will, was eventuell noch zwischen den Zeilen steht, und ob ich vielleicht mal jemanden viel stärker verletzt habe, als ich es je realisiert habe. Auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir!

Samstag, 7. Februar 2015

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Mittwoch, 4. Februar 2015

Ich Bin... Das Chaos - Celeste Ealain

Wie ich schon sagte, ich wurde von der wundervollen Madame Ealaine zu der Leserunde eingeladen für Band Numero 2 der ISAY-Reihe. 
Los geht's, viel Vergnügen!


Bild: amazon.de
Vorbemerkung: 
Wie ich wahrscheinlich schon x-Mal sagte, ist dies hier ein zweiter Band der ISAY-Reihe. Wer also Band eins noch nicht gelesen hat, sollte die Rezension nicht lesen, denn vielleicht wird er gespoilert, und das will doch keiner... ;)
Den Link zu meiner Rezension zu Teil 1, Ich bin... das Ende, findet ihr hier.

Inhalt:
Kaum haben Silena und Edrian ihr Glück gefunden, droht es auch schon zu zerbrechen: denn Silena wird festgenommen und inhaftiert! Während Silena versucht, herauszufinden, was mit ihr geschieht und warum, ist Edrian hinter einem unerklärbaren Phänomen her, welches mit Silena im Zusammenhang steht. Und auch Magnus ist nicht von der Erdoberfläche verschwunden, er will seine Macht wieder - und das mithilfe einer Waffe, die ihm vollends aus der Hand gleitet...



Meine Bewertung:

1. Charaktere
Charaktere machen eine Geschichte lebhaft. Mit platten und farblosen Klischee-Protagonisten oder Mary und Gary Stues kann auch ein stiltechnisches Meisterwerk nicht punkten - zumindest nicht bei mir. Die Hauptprotagonisten haben alle ihre eigene Art. Silena ist zwar eine Heulboje und badet gern mal im Selbstmitleid, aber kriegt darüber manchmal Trotzanfälle mit Handlungsfolgen, anstatt wirklich permanent heulend in der Ecke zu liegen. Edrian ist zwar cholerisch, dafür aber trotzdem hilfsbereit und kann durchaus über seinen eigenen Schatten springen, auch wenn er, böse gesagt, nicht immer der Hellste ist, meint er es doch oft gut. Auch Magnus ist zwar ein machtgeiler Snob, der es allerdings schafft, sich am Ende wenigstens ein bisschen sozialfähig zu beweisen.
Probleme gibt es meiner Meinung nach darin, die neu auftauchenden Charaktere kennenzulernen. Yven oder Lucil kann der Leser nie richtig einschätzen, gerade bei letzterem lassen sich deswegen die Handlungsmotive in Frage stellen. Allerdings gibt es hier die Wahl zwischen mehreren Problemen: macht man das Buch länger und wechselt zwischen vielen Sichtweisen? Dann steigt allerdings die Verwirrung des Lesers, was nicht jedermanns Sache ist, und die Spannung sinkt, weil von jedem direkt Ziel und Einstellung preisgegeben werden. 


2. Handlungsverlauf
Ein großer Pluspunkt: der große Knall am Ende war kein Knall mehr, sondern eine Schlacht! Im Gegensatz zum letzten Buch hat sich der Showdown mehr Zeit gelassen, er kam auch viel langsamer auf den Leser hinzugerollt. Durch verschiedene "Endzeit"-Stimmungs-Wahrnehmungen von verschiedenen Protagonisten konnte der Leser sich einstimmen, mitfiebern, wenn er der Typ dazu ist. (Ich neige zu richtiger Verzweiflung, wenn ich kein richtiges Ende sehe.)
Allerdings, wer wäre ich, wenn ich nicht überall was zu mäkeln fände: ein kleines Problemchen, was allerdings wesentlich geringer war als das des Showdowns des letzten Buches, waren die vielen Ortswechsel. Ich habe prinzipiell kein Problem damit, dass zwischen den verschiedenen Charakteren hin- und hergeswitcht wird, die sich an verschiedenen Orten befinden. Allerdings hat ja gerade Edrian ständig Hummeln im Hintern, und wechselt permanent seinen Standort: er ist zuhause, dann fährt er in die Wüste, weiter in den Wald, zum Raumschiff, zurück in die Stadt, zu den Naza, in die Stadt... und durch die vielen Ortswechsel erscheint es einem trotz den Angaben, dass es x Tage brauche, um dorthin zu gelangen, als wäre alles nur ein Katzensprung. Vor allem weil auch die Handlung der anderen Protagonisten so dahinrauscht. Vielleicht wäre eine Karte im Einband praktisch, damit der Leser visualisieren kann, wo sich welcher Protagonist befindet. Einige Dinge fand ich war gegenüber dem Leser gemein, schriftstellerisch aber genial, Littas Tod zum Beispiel. Einfach weil sie der Handlung neue Munition geben und im Leser stark Gefühle hervorrufen.
Bei mir zumindest. ("Noooin! Litta! Magnus, TU WAS! RETTE SIE! AAAARGH!")

3. Ausdruck & Schreibweise
Mit der Schreibweise kommt ich sehr gut klar. Bis auf wörtliche Ausdrücke wie "AHH" oder "aha, aha", die ich persönlich lieber als Geräuschumschreibung lese (z.B. ein gellender Schrei, ein raues Husten) komme ich mit Formulierungen und Beschreibungen gut klar. Umgebungen werden lebhaft beschrieben, genau wie Personen, allerdings nicht so langatmig, dass ich etwas beim Lesen überspringe. Die derbere Ausdrucksweise finde ich als Vertreter der Enttabuisierung absolut amüsant, und es beantwortet mir einige Fragen, die ich mir seit Twilight stellte (Was macht Edward, wenn Bella ihre Tage hat? Haben Vampire Harndrang?) und manchmal auch die ach so übertrieben verehrte und ins Spotlight gezogene Rasse Vampir zurück auf den Teppich holt, vermenschlicht und nicht so übermenschlich darstellt. Und auch die Vampire untereinander zeigen endlich mal Gefühle wie Freude oder auch, im Falle Litta-Magnus, Häme und Schadenfreude, anstatt sich mit versteinerten Gesichter anzusehen und nur altbackene Phrasen auszutauschen. Ich mag's absolut. Ein bisschen komisch fand ich den ziemlich langen Epilog, die Silena und Edrian-Lovestory ("und er versprach, und sie versprach") hatte man kürzen oder gar weglassen können, beziehungsweise in ein kleines Geschehnis wandeln können, welches das dem Leser durch die Blume beweist. Dafür war der Cliffhanger zum nächsten Band meeega gemacht.

4. abschließendes Fazit
Ich erkenne eine deutlichere Verbesserung zum ersten Teil, und vor allem freut mich, dass scheinbar ein bisschen vom Feedback der letzten Runde mitgenommen wurde! Es gibt wieder ein paar kleine Minuspunkte, aber die hat ja jedes Buch, auch ein Stephen King oder auch ein Tolkien, weil die sind ja immer eine Geschmackssache. 

Abschließend bedanke ich mich für die Ehre, das Buch wieder lesen zu dürfen, die wirklich freundliche Kommunikation von Leser und Autor und ich freue mich auf den nächsten Band!

Neuigkeiten

Liebste Mit-Asseln,
jawoll, da ist sie wieder aus der Versenkung aufgetaucht!
Ich wollte nur mal anmelden, dass es mich noch gibt, und dass es demnächst wieder ein paar Rezensionen geben wird, yippieh! Freut euch, los! ;D
Auf jeden Fall kommen bald die Rezensionen zu einigen Leserunden, zum Beispiel der Heilosphere 2265 - Reihe von Andreas Suchanek, dem 2. Teil der ISAY-Reihe von Celeste Ealaine und was noch so ansteht. Zudem habe ich mich an der SuB-Abbau Challenge angemeldet und kann meine Gedanken zu den gelesenen Büchern auch direkt bloggen. 
Tja, so weit, so gut, dann setze ich mich mal hin und lese!

Macht's gut, macht's besser, 
eure Vitani